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25.09.2013

08:04 Uhr

Luftfahrtbündnis

Lufthansa hat keine Lust auf Emirates

Eine Kooperation mit dem arabischen Rivalen Emirates lohnt sich derzeit nicht für die Lufthansa, meint Konzernchef Franz. Und fügt hinzu: „Wir sagen niemals nie". Das harte Sparprogramm für den Konzern soll weitergehen.

Wechselt zum Schweizer Pharmakonzern Roche: Bei Lufthansa hat Christoph Franz das Sparen voran getrieben. dpa

Wechselt zum Schweizer Pharmakonzern Roche: Bei Lufthansa hat Christoph Franz das Sparen voran getrieben.

SeeheimDer scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz schreibt seinem Nachfolger für die kommenden Jahre weitere Einsparungen ins Aufgabenbuch. „Auch nach dem Programm "Score" wird die Lufthansa weiter an ihrer Gewinnentwicklung arbeiten müssen“, sagte der Vorstandschef von Europas größter Fluggesellschaft in Seeheim-Jugenheim. „Ob das dann ein neues Programm wird oder ob es um kontinuierliche Verbesserungen geht, wird man sehen.“

Seit Anfang 2012 versucht die Lufthansa, mit dem Sanierungsprogramm „Score“ ihren operativen Gewinn bis zum Jahr 2015 um 1,5 Milliarden auf 2,3 Milliarden Euro zu steigern. 3500 Arbeitsplätze und die Lufthansa-Zentrale in Köln stehen auf der Streichliste.

Eine vielfach diskutierte Allianz mit einer Airline aus dem arabischen Raum lehnt Franz vorerst ab. Die Deutsche Lufthansa ginge es derzeit auch ohne enge Partnerschaft mit einem der großen Rivalen wie Emirates gut. „Wir haben die Frage schon einige Male geprüft“, sagte Franz. Verschiedene Modelle der Zusammenarbeit wie etwa Joint-Ventures mit den einzelnen Golf-Airlines seien geprüft und verworfen worden, da die Vorteile für die Lufthansa nicht groß genug gewesen wären. „In unserer Branche sagen wir aber niemals nie", sagte der 53-jährige Top-Manager. Falls sich die Rahmenbedingungen änderten, könnte es Zeit für neue Lösungen sein. Derzeit sei es aber noch so, dass die Lufthansa auf sich allein gestellt erfolgreicher sei, sagte er.

Die Expansionspläne der Fluggesellschaften vom Persischen Golf - neben Emirates zählen dazu Etihad und Qatar Airways - sind umstritten. Manager anderer Airlines werfen den Rivalen unfaires Verhalten vor. Die schnelle Ausweitung der Flugverbindungen von Dubai, Abu Dhabi und Doha nach Europa gehe komplett am Bedarf vorbei und werde erst dadurch möglich, dass die Airlines teilweise oder komplett von den Herrscherfamilien vom Golf gestützt werden.

Franz gehörte bis vor kurzem noch zu den größten Kritikern dieses Kurses, schlug in letzter Zeit aber wesentlich versöhnlichere Töne an. Das liegt auch daran, dass die neuen Herausforderer mittlerweile etabliert sind und zunehmend nach Europa vordringen. Experten zufolge muss auch die Lufthansa früher oder später die Verschiebung der Gewichte in der Branche akzeptieren.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Christoph Franz wechselt voraussichtlich kommenden Sommer als Verwaltungsratschef zum schweizerischen Pharmakonzern Roche. Die Lufthansa sucht nach den Worten von Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber im Konzern und außerhalb nach einem Nachfolger für die Vorstandsspitze. Franz betonte, er wolle seinen Vertrag bei der Fluggesellschaft voll zu erfüllen. „Ich habe nicht vor, das Unternehmen vor Ende Mai 2014 zu verlassen.“

Kommentare (3)

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Coza

25.09.2013, 10:09 Uhr

Bei einer Kooperation mit einer Golf-Airline wäre Lufthansa gezwungen, so etwas wie Service zu bieten. Das geht natürlich nicht in erster Linie mit Personalabbau.

Account gelöscht!

25.09.2013, 10:45 Uhr

Hätten die Araber Airlines nicht ihren kostenlosen Sprit, wären sie Pleite.

Horst1974

25.09.2013, 11:28 Uhr

Und vor allem geht das nicht mit dem übellaunigen und überalterten momentanen Personal der LH...

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