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16.10.2014

17:26 Uhr

Luftfahrtbundesamt

Etihad darf im Winter doch mit Air Berlin abheben

ExklusivDas Luftfahrtbundesamt hat den Fluggesellschaften Etihad und Air Berlin nun doch genehmigt, im Winterfahrplan all ihre Gemeinschaftsflüge anzubieten. Erst vor einer Woche hatte die Behörde noch ein Verbot ausgesprochen.

Das Luftfahrtbundesamt hatte Etihad 34 und damit mehr als die Hälfte der so genannten Codeshare-Flugverbindungen untersagt, darunter mehr als 20 Verbindungen von Berlin aus ins europäische Ausland. dpa

Das Luftfahrtbundesamt hatte Etihad 34 und damit mehr als die Hälfte der so genannten Codeshare-Flugverbindungen untersagt, darunter mehr als 20 Verbindungen von Berlin aus ins europäische Ausland.

DüsseldorfEtihad und Air Berlin dürfen doch im Winterflugplan weiter ihre Gemeinschaftsflüge anbieten. Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagsausgabe) aus Behördenkreisen hat das Luftfahrtbundesamt (LBA) seine Entscheidung ausgesetzt. Es sei „eine vorläufige Genehmigung, um Härten abzumildern“, hieß es.

Künftig könnten die Flüge aber nicht mehr genehmigt werden, weil sie vom bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht gedeckt seien. Eine entsprechende Mitteilung habe das LBA in der Nacht zum Donnerstag der Fluggesellschaft zukommen lassen.

Die drei großen Airlines vom Golf

Newcomer in der Luftfahrt

Vor allem die Golf-Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways mischen das weltweite Luftfahrtgeschäft auf. Sie zählen zu den Großkunden der Flugzeughersteller Airbus und Boeing.

Emirates mit großer Marktmacht

Schlagzeilen macht vor allem Emirates, die rasant wachsende Airline aus dem Golf-Emirat Dubai. Sie schreckt europäische Konkurrenten wie die Lufthansa auf und spielt auch gegenüber den Flugzeugbauern ihre Marktmacht aus. Emirates ist der weltweit größte Betreiber der Großraumjets Airbus A380 und Boeing 777. Erst im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ihre Bestellungen für den Superjumbo A380 von 90 auf 140 Maschinen aufgestockt.

Dubai soll zum Weltumsteige-Flughafen werden

Geführt wird die Airline vom Briten Tim Clark, das uneingeschränkte Sagen hat jedoch Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, der zugleich Chef des Flughafens und der Luftfahrtbehörde ist. Er treibt seit Jahren seine Pläne voran, Emirates zur führenden Airline und Dubai zum Weltumsteige-Flughafen zwischen Europa und Asien zu machen. Nach Angaben der Gruppe lag der Jahresumsatz zuletzt bei knapp 24 Milliarden Dollar (rund 18 Milliarden Euro).

Etihad startete auf königlichen Erlass

2003 hob Etihad, die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, erstmals ab – auf königlichen Erlass. Der Rivale der großen Emirates zählt zu den schnell wachsenden Golf-Airlines. Noch ist die Flotte mit Drehkreuz in Abu Dhabi mit 72 Flugzeugen halb so groß wie die der Air Berlin, schon in sechs Jahren sollen es aber 158 Maschinen sein.

Kräftiges Passagierplus

2013 beförderte Etihad knapp 12 Millionen Passagiere, ein Plus von 16 Prozent. Das wirkt gegen die 31,5 Millionen der Beteiligung Air Berlin auch deshalb bescheiden, weil bei Etihad lange Strecken dominieren. Die knapp 11.000 Beschäftigten erwirtschafteten 2013 6,1 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Qatar Airways Erstkunde bei der A350

Qatar Airways aus dem Emirat Katar komplettiert das Trio vom Golf. Die Fluggesellschaft wurde 1993 gegründet, ebenfalls auf Betreiben der Herrscherfamilie. Die Airline ist Großkunde bei Airbus und Boeing und hat nach eigenen Angaben 280 Flugzeuge bestellt. Beim neuen Airbus-Mittelstreckenjet A350 ist Qatar Airways Erstkunde.

Kritik wegen Arbeitsbedingungen

Zuletzt wurde Qatar Airways wegen der Arbeitsbedingungen kritisiert. Unter anderem wird der Arline vorgeworfen, dass seine überwiegend ausländischen Mitarbeiter unter Aufsicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und eine Sperrstunde einhalten müssen. Außerdem dürfen sie demnach in den ersten fünf Jahren ihrer Firmenzugehörigkeit nicht heiraten, Schwangerschaften sind ein sofortiger Kündigungsgrund.

Das LBA hatte Etihad 34 und damit mehr als die Hälfte der sogenannten Codeshare-Flugverbindungen untersagt, darunter mehr als 20 Verbindungen von Berlin aus ins europäische Ausland. Da die Flüge in der Vergangenheit immer genehmigt worden waren, hatte Etihad nach Angaben von Air Berlin bereits 47.000 Flugtickets verkauft.

Der Verwaltungsratschef von Air Berlin, Hans-Joachim Körber, warnte davor, die Rechte zu entziehen. Wenn die Codeshare-Rechte dauerhaft wegfielen, „wären unsere Flüge nicht nur wesentlich schlechter ausgelastet, sondern auch das Netzwerk wäre gefährdet“, sagte er dem Handelsblatt.

Bis zum Sommerflugplan will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das Luftverkehrsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten neu verhandeln. Es ist Grundlage für die Genehmigung von Flugrechten.

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Von

dhs

Kommentare (1)

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17.10.2014, 10:37 Uhr

Ein Sieg der Vernunft ... was für ein seltenes Ereignis! Freuen wir uns für die Mitarbeiter bei Air Berlin.

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