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25.01.2015

12:52 Uhr

Luftfahrtkartell von Lufthansa & Co.

Bahn findet Verbündete für Milliardenklage

Für die Lufthansa und andere Airlines wird es ungemütlich: Die Bahn hat für eine Kartellklage einige Unterstützer gefunden, es geht um Preisabsprachen bei Frachtflügen. Die Kläger fordern fast drei Milliarden Euro.

Frachtflugzeug am Frankfurter Flughafen: Mehrere Fluggesellschaften haben die Konditionen für Frachtflüge abgesprochen. dpa

Frachtflugzeug am Frankfurter Flughafen: Mehrere Fluggesellschaften haben die Konditionen für Frachtflüge abgesprochen.

BerlinDie Lufthansa und andere große Fluggesellschaften sehen sich wegen Preisabsprachen bei Frachtflügen Forderungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro gegenüber. Einer Schadenersatzklage der Deutschen Bahn vor dem Landgericht Köln hätten sich inzwischen „verschiedene andere große Unternehmen“ angeschlossen, sagte ein Bahn-Sprecher am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Gemeinsam würden inzwischen zwei Milliarden Euro Schadenersatz gefordert und 900 Millionen Euro Zinsen.

Zahlreiche Fluggesellschaften hatten nach Angaben der EU-Kommission zwischen Dezember 1999 und Februar 2006 die Konditionen für Frachtflüge abgesprochen. Sie vereinbarten bilateral und multilateral ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen, für die keine Rabatte eingeräumt wurden. Die Deutsche Bahn sieht durch die Absprachen ihre Transporttochter Schenker geschädigt.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Bahn reichte deshalb im Dezember 2014 in Köln Klage gegen zehn Fluggesellschaften ein, darunter Lufthansa, Air Canada, British Airways, Japan Airlines und Qantas. Von ihnen verlangt der Konzern rund 1,2 Milliarden Euro Schadenersatz, dazu 560 Millionen Euro Zinsen. Welche Unternehmen sich dieser Klage nun anschlossen, wollte der Bahn-Sprecher nicht sagen. Die Deutsche Bahn geht auch in den USA gerichtlich gegen das Luftfrachtkartell vor.

Die Preisabsprachen zwischen 1999 und 2006 waren bereits vor rund sieben Jahren aufgeflogen und hatten in vielen Ländern Strafen der Wettbewerbsbehörden nach sich gezogen. So verhängte die EU im Jahr 2010 Strafe von insgesamt rund 800 Millionen Euro. In den USA summierten sich die Bußgelder auf etwa 1,5 Milliarden Dollar. Die Lufthansa kam als Kronzeugin bisher um Zahlungen herum.

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