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19.06.2013

16:28 Uhr

Luftfahrtmesse

Bestellungen beglücken Airbus und Boeing

Die Geschäfte bei Airbus und Boeing brummen: Auf der Luftfahrtmesse in Frankreich haben sie bereits Bestellungen im Wert von 100 Milliarden Dollar zusammen. Gefragt sind vor allem neue, spritsparende Flieger.

Der Airbus A350 beim Jungfernflug. Air France hat eine Kaufoption auf 25 weitere der Langstreckenflieger. ap

Der Airbus A350 beim Jungfernflug. Air France hat eine Kaufoption auf 25 weitere der Langstreckenflieger.

ParisAuf der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris haben Airbus und Boeing am dritten Tag die Order-Marke von 100 Milliarden Dollar geknackt. Beide Flugzeugbauer vermeldeten am Mittwoch wichtige Großaufträge für teure Modelle.

So machte die Billigfluglinie Ryanair mit Boeing eine Order über 175 Flieger des 737-800 im Wert von etwa 15,6 Milliarden Dollar perfekt. Air France-KLM rang sich nach längerem Zögern zu einer Bestellung von 25 Airbus-Langstreckenfliegern A350 für 7,2 Milliarden Dollar durch und sicherte sich zusätzlich die Option auf 25 weitere. Die Triebwerke, die in Regel separat bestellt werden, kommen in dem Fall von Rolls-Royce und schlagen mit 1,1 Milliarden Dollar zu Buche. Singapore Airlines machte den Kauf von 30 A350-Maschinen fest und sicherte sich Optionen für 20 zusätzliche.

Die neuen A350 sollen ab 2017 bei Air France im Linienbetrieb eingesetzt werden und danach von KLM eingesetzt werden. Der künftige Air-France-Chef Alexandre de Juniac sagte, das Unternehmen verspreche sich von den neuen Flugzeugen erhebliche Kosteneinsparungen. Airbus hat nach eigenen Angaben bis Ende Mai 613 feste Bestellungen von 33 Kunden für den A350 erhalten. Hinzu kommt neben dem Air-France-Auftrag nun auch eine Bestellung aus Sri Lanka. Die SriLankan Airlines bestellten vier Maschinen sowie sechs kleinere A330 im Gesamtwert von 2,6 Milliarden Dollar.

Die größten Bestellungen der A350 (Stand: Ende Mai 2013)

Hongkong Airlines

Hongkong Airlines und die amerikanische Cit-Leasing bestellten jeweils 15 der mittellangen Airbus-Maschinen des Typs A350-900. Die teuerste Variante des Jets steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste.

ILFC

Die ILFC aus Los Angeles bestellte sechs Exemplare des Kurzmodells A350-800 und 14 weitere Flugzeuge vom Typ A350-900.

US-Airways

US-Airways und die russische Aeroflot bestellten jeweils 18 Modelle des Typs A350-800 und vier Exemplare der etwas längeren A350-900.

United Airlines

United Airlines aus Chicago bestellten zunächst 25 Modelle der mittellangen A350-900, ebenso viele Flugzeuge, allerdings darunter auch fünf Exemplare der Langversion A350-1000 bestellte die Air Lease Corporation aus Los Angeles.

TAM Airlines

Die sechstgrößte Bestellung reichte mit einer Order über insgesamt 27 Modelle der Airbusmaschine A350-900 die Linie TAM aus Brasiliens einwohnerreichsten Stadt Sao Paulo ein.

Asiana Airlines

Insgesamt 30 Flugzeuge wollen sie bei Asiana Airlines in Seoul: Acht Kurzmodelle, also die A350-800, zwölf A350-900-Maschinen und zehn Langversionen vom Typ A350-1000.

Cathay Pacific

Rang vier in der Liste der größten Orders belegen Cathay Pacific. Die Airline aus der chinesischen Provinz Guangdon will 20 der A350-900-Modelle und 26 der Langversionen A350-1000.

Singapore Airlines

Auch Singapore Airlines geht in die Vollen: Die Fluggesellschaft bestellte 40 Modelle der A350-900 – mit der Option, die Order in A350-1000 umzuwandeln.

Emirates

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai handelt, wie man es von Akteuren aus dem arabischen Emiraten gewohnt ist: In großen Dimensionen. Sie bestellt 50 Modelle der mittellangen Version A350-900 und zusätzlich 20 weitere Flugzeuge vom Typ A350-1000.

Qatar Airways

Unangefochtene Nummer eins bei den Orders ist Qatar Airways. Für 43 Modelle der A350-900 und 37 Modelle der Langversion A350-1000 haben die Funktionäre des im katarischen Doha sitzenden Unternehmens Bestellungen aufgegeben. Nach Listenpreisen würde Qatar 5,6 Milliarden Euro für die Maschinen zahlen.

Die kleineren Modelle blieben gefragt. Die Leasingfirma CIT Group bestellte bei Boeing 30 Maschinen des Spritsparers 737 MAX, die nach Listenpreis einen Wert von drei Milliarden Dollar haben. Europas größter Billigflieger Ryanair stellte Boeing eine Großbestellung noch in diesem Jahr in Aussicht. Wenn der Auftrag nicht mindestens 200 Flugzeuge umfasse, „wäre es die Sache nicht wert“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Ein Managementteam arbeite zurzeit an der Order, für die aber auch das Airbus-Konkurrenzmodell A320neo in Betracht komme. Erst vor kurzem hatte die britische TUI Travel 60 Maschinen vom Typ 737 Max bestellt. Der 737 Max soll ebenso wie der A320neo weniger Kerosin verbrauchen als die Vorgängermodelle.

Boeing drückt bei seinem neuen Brot-und-Butter-Flieger aufs Tempo. Statt im vierten Quartal 2017 könne der erste Kunde schon im dritten Quartal 2017 mit der überarbeiteten Version des Klassikers 737 rechnen. Damit könnte Boeing die Lücke zum Rivalen Airbus etwas früher schließen, der seinen A320neo bereits im Oktober 2015 in Betrieb nehmen will. Auf dieses Marktsegment entfallen fast 60 Prozent aller Passagierflugzeuge.

Am Freitag hat Frankreichs Präsident Francois Hollande seinen Auftritt auf der Messe. Kreisen zufolge wird er das erste Exemplar des Airbus-Militärtransporters A400M entgegennehmen. Das Modell ist nach einer Verzögerung von vier Jahren das erste für die französische Armee, die insgesamt 50 Stück bekommen soll.

Von

afp

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