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19.06.2013

19:48 Uhr

Luftfahrtschau in Le Bourget

Airbus und Boeing sichern sich Großaufträge

Auf einer Luftfahrtschau konnten Airbus und Boeing die Order-Schwelle von 100 Milliarden Dollar knacken. Billigfluglinie Ryanair bestellte 175 Flieger von Boeing und Airbus sicherte sich einen Auftrag von Air France.

Ausblick auf die Luftfahrtmesse auf dem Le Bourget Flughafen nahe Paris. ap

Ausblick auf die Luftfahrtmesse auf dem Le Bourget Flughafen nahe Paris.

ParisAuf der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris haben Airbus und Boeing am dritten Tag die Order-Marke von 100 Milliarden Dollar geknackt. Beide Flugzeugbauer heimsten am Mittwoch wichtige Großaufträge für teure Modelle ein. So machte die Billigfluglinie Ryanair mit Boeing eine Order über 175 Flieger des 737-800 im Wert von etwa 15,6 Milliarden Dollar perfekt. Air France-KLM rang sich nach längerem Zögern zu einer Bestellung von 25 Airbus-Langstreckenfliegern A350 für 7,2 Milliarden Dollar durch und sicherte sich zusätzlich die Option auf 25 weitere. Die Triebwerke, die in Regel separat bestellt werden, kommen in dem Fall von Rolls-Royce und schlagen mit 1,1 Milliarden Dollar zu Buche.

Die neuen A350 sollen ab 2017 bei Air France im Linienbetrieb eingesetzt werden und danach von KLM eingesetzt werden. Der künftige Air-France-Chef Alexandre de Juniac sagte, das Unternehmen verspreche sich von den neuen Flugzeugen erhebliche Kosteneinsparungen. Airbus hat nach eigenen Angaben bis Ende Mai 613 feste Bestellungen von 33 Kunden für den A350 erhalten. Hinzu kommt neben dem Air-France-Auftrag nun auch eine Bestellung aus Sri Lanka. Die SriLankan Airlines bestellten vier Maschinen sowie sechs kleinere A330 im Gesamtwert von 2,6 Milliarden Dollar. Zudem legte sich Singapore Airlines endgültig auf die Bestellung von 30 weiteren A350-900-Fliegern fest. Das Geschäft hat einen Wert von 8,6 Milliarden Dollar. Damit summieren sich die Orders der Fluggesellschaft auf 70 Maschinen des Typs.

Wo die Luftfahrt wachsen soll

Asien

Die Airlines im asiatisch-pazifischen Raum liefern den größten Anteil am Erfolg der Branche, prognostiziert die Iata. Mit einem Gesamtgewinn von 4,2 Milliarden Dollar wurden die Erwartungen erneut erhöht. Asiatische Fluggesellschaften machen rund 40 Prozent des Lufttransport-Geschäfts aus und die Nachfrage soll weiter steigen. Um dem prognostizierten Nachfragezuwachs von 4,9 Prozent gerecht zu werden, soll auch die Kapazität um fünf Prozent steigen.

Nordamerika

Die nordamerikanischen Airlines sollen nach Iata-Prognose 2013 einen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar erwirtschaften. 2012 hatten sie noch einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar ausgewiesen. Durch ein enges Kapazitätsmanagement und trotz der hohen Treibstoffpreise soll die Nachfrage um 1,3 Prozent steigen. Auch die Kapazität soll um 1,1 Prozent zulegen.

Europa

Die europäischen Fluggesellschaften sollen 2013 einen gemeinsamen Gewinn von 800 Millionen Dollar ausweisen. Damit können die Europäer zwar wieder in die Gewinnzone zurückkehre, mit einer Rentabilität von 0,4 Prozent schneiden die Airlines aber weiterhin im globalen Vergleich schlecht ab. Zudem bedroht die Eurokrise die Bilanz. Der europäische Heimatmarkt wird sich darum auch 2013 schwach entwickeln, prognostiziert die Iata. Dafür dürften die Langstreckenflüge in die Wachstumsmärkte die Bilanzen aufpolieren. Insgesamt soll die Nachfrage um 2,6 Prozent wachsen, die Kapazität um 2,5 Prozent.

Mittlerer Osten

Die arabischen Airlines sind schon seit Jahren auf Wachstumskurs und dürften an Bedeutung zunehmen. Die Fluggesellschaften erwarten für 2013 einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro, nach 900 Millionen im Jahr 2012. Als Umschlagplatz für Langstreckenflüge gewinnen Dubai und Abu Dhabi an Relevanz. Die Nachfrage soll um 13,7 Prozent zulegen, das Angebot um 12,8 Prozent. Die Profitmarge ist mit 3,4 Prozent weltweit am dritthöchsten.

Lateinamerika

Die lateinamerikanischen Airlines dürften im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 600 Millionen Dollar ausweisen. Damit fällt die Prognose um 100 Millionen Dollar schlechter aus als noch im Dezember. Damit fallen die Gewinne aber immer noch doppelt so hoch aus wie im Vorjahr. Trotz der hohen Volatilität der Heimatmärkte geht die Iata von einem Nachfragewachstum von 8,1 Prozent aus, obwohl die Kapazität nur um 6,7 Prozent steigen dürfte.

Afrika

Auch die afrikanischen Airlines dürften nach einem Verlust von 100 Millionen Dollar im Jahr 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Für 2013 erwartet die Iata einen Gesamtgewinn von 100 Millionen Dollar. Die Nachfrage soll um 6,5 Prozent steigen, die Kapazität um 6,4 Prozent.

Die kleineren Modelle blieben gefragt. Die Leasingfirma CIT Group bestellte bei Boeing 30 Maschinen des Spritsparers 737 MAX, die nach Listenpreis einen Wert von drei Milliarden Dollar haben. Europas größter Billigflieger Ryanair stellte Boeing eine Großbestellung noch in diesem Jahr in Aussicht. Wenn der Auftrag nicht mindestens 200 Flugzeuge umfasse, „wäre es die Sache nicht wert“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Ein Managementteam arbeite zurzeit an der 737-Max-Order, aber auch das Airbus-Konkurrenzmodell A320neo werde in Betracht gezogen. Erst vor kurzem hatte die britische TUI Travel 60 Maschinen vom Typ 737 Max bestellt. Der 737 Max soll ebenso wie der A320neo weniger Kerosin verbrauchen als die Vorgängermodelle.

Boeing drückt bei seinem neuen Brot-und-Butter-Flieger aufs Tempo. Statt im vierten Quartal 2017 könne der erste Kunde schon im dritten Quartal 2017 mit der überarbeiteten Version des Klassikers 737 rechnen. Damit könnte Boeing die Lücke zum Rivalen Airbus etwas früher schließen, der seinen A320neo bereits im Oktober 2015 in Betrieb nehmen will. Auf dieses Marktsegment entfallen fast 60 Prozent aller Passagierflugzeuge.

Am Freitag hat Frankreichs Präsident Francois Hollande seinen Auftritt auf der Messe. Kreisen zufolge wird er das erste Exemplar des Airbus-Militärtransporters A400M entgegennehmen. Das Modell ist nach einer Verzögerung von vier Jahren das erste für die französische Armee, die insgesamt 50 Stück bekommen soll.

Von

rtr

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