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27.01.2009

14:05 Uhr

Luftgesellschaften

Lufthansa bekommt Probleme mit Brussels Airlines

VonEric Bonse

Der Einstieg der Lufthansa bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines stößt auf ernste Bedenken der EU- Kommission. Die Behörde sieht den Wettbewerb in Gefahr und will die geplante Übernahme eingehend untersuchen.

Auf mehreren Strecken würde der Zusammenschluss zu einer Monopolstellung von Lufthansa führen, fürchtet die Kommission. Foto: AP Quelle: ap

Auf mehreren Strecken würde der Zusammenschluss zu einer Monopolstellung von Lufthansa führen, fürchtet die Kommission. Foto: AP

BRÜSSEL. Der Einstieg der Lufthansa bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines stößt auf ernste Bedenken der EU- Kommission. Die Brüsseler Behörde hat am Montag eine eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme eingeleitet. Zuvor hatte die Lufthansa den EU-Wettbewerbshütern bereits Zugeständnisse gemacht. Dennoch fürchtet die Kommission, "dass es durch die geplante Übernahme zu einer erheblichen Behinderung des wirksamen Wettbewerbs kommen könnte".

Die angebotenen Abhilfemaßnahmen sind nach Auffassung der Kommission nicht klar genug ausgestaltet, um die während der ersten Untersuchungsphase ermittelten ernsten Wettbewerbsprobleme auszuräumen.

Daher hege die Brüsseler Behörde weiterhin "ernste Bedenken, ob der Zusammenschluss mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar ist". Die Kommission sieht insbesondere Probleme auf bestimmten Strecken im Passagierverkehr zwischen Belgien und Deutschland sowie Belgien und der Schweiz.

Auf den Strecken Brüssel-Frankfurt, Brüssel-Hamburg und Brüssel- München würde der Zusammenschluss zu einer Monopolstellung der Lufthansa führen, erklärte die Kommission. Darüber hinaus würde der Wettbewerb auf der Strecke Brüssel-Berlin deutlich verringert. Auch in Bezug auf zwei Strecken zwischen Belgien und der Schweiz (Brüssel- Zürich und Brüssel-Genf) bestünden wettbewerbsrechtliche Bedenken.

Die Kommission hat nun bis zum 10. Juni 2009 Zeit, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Eine Lufthansa-Sprecherin gab sich dennoch zuversichtlich, dass die Kommission der Übernahme zustimmen werde.

"Angesichts der derzeitigen Konsolidierung im europäischen Luftfahrtsektor muss die Kommission sicherstellen, dass den Verbrauchern sowohl hinsichtlich der Preise als auch der Strecken weiterhin ein wettbewerbsgerechtes Flugangebot zur Verfügung steht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes nach Angaben ihrer Behörde. Die Untersuchung werde ergebnisoffen geführt.

Die Unternehmen hatten im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass Lufthansa in einem ersten Schritt 45 Prozent der Anteile der belgischen Fluggesellschaft für 65 Millionen Euro erwerben will. Von 2011 bis 2014 hat Lufthansa demnach die Möglichkeit, die gesamte Gesellschaft zu übernehmen. Brussels Airlines war nach der Pleite der belgischen Sabena entstanden. Lufthansa kontrolliert bereits die von Zürich aus tätige Fluggesellschaft Swiss, Air Dolomiti, Eurowings und die Billigfluglinie Germanwings.

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