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10.12.2015

17:11 Uhr

Lufthansa

Airline bekommt als erste den Airbus A320neo

Er ist so etwas wie das iPhone der Luftfahrt: Schon vor fünf Jahren haben erste Airlines den Airbus-Flieger A320neo bestellt. Jetzt soll das Modell im Dezember ausgeliefert werden. Ganz oben auf der Liste: die Lufthansa.

Die Lufthansa startet wohl als erste Fluggesellschaft mit dem neuen Airbus durch. Reuters

Airbus

Die Lufthansa startet wohl als erste Fluggesellschaft mit dem neuen Airbus durch.

BerlinLufthansa wird nach eigenen Angaben als erste Fluggesellschaft das neue Airbus-Modell A320neo übernehmen. Man rechne noch in diesem Jahr mit der Auslieferung, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Bestellt seien insgesamt 116 Maschinen von dem Typ. Ursprünglich sollte Qatar Airways der erste Kunde sein. Die Zeitschrift „Aviation Week“ berichtete, Qatar Airways lehne die Abnahme des Flugzeuges jedoch ab, da es technische Probleme mit dem Triebwerk von Pratt & Whitney gebe. Nach Angaben eines Branchenvertreters hält die Lufthansa diese Probleme für lösbar.

Qatar Airways lehnte einen Kommentar ab. Airbus bekräftigte nur, dass man weiter mit der Auslieferung in diesem Jahr plane und mit den Kunden dazu im Gespräch sei. Wer die erste Maschine erhalte, verriet ein Airbus-Sprecher jedoch nicht.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Von

rtr

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