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26.01.2016

18:53 Uhr

Lufthansa

Airline treibt Geschäft mit Drohnen voran

Für Großkunden will Lufthansa künftig einen Drohnen-Service anbieten und etwa Windkraftanlagen oder Stromtrassen mithilfe von Drohnen überwachen. Eine Lufthansa-Tochter kooperiert nun mit einem chinesischen Hersteller.

Die Lufthansa Aerial Services will Drohnen als Dienstleister selbst betreiben, Piloten ausbilden und zertifizieren und möglicherweise auch Versicherungsleistungen anbieten. AFP

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt

Die Lufthansa Aerial Services will Drohnen als Dienstleister selbst betreiben, Piloten ausbilden und zertifizieren und möglicherweise auch Versicherungsleistungen anbieten.

FrankfurtDie Lufthansa treibt ihre Pläne zum Betrieb privater Flugdrohnen voran. Eine Tochter der Lufthansa Consulting ist dazu eine Kooperation mit dem chinesischen Drohnenhersteller DJI eingegangen, wie der Luftverkehrs-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Gemeinsam sollen kommerzielle Drohnen-Anwendungen für Großkunden entwickelt werden. Als Beispiele nannte das Unternehmen unter anderem die Überwachung und Inspektion von Windkraftanlagen, Pipelines, Strom- und Eisenbahntrassen oder Flughafeneinrichtungen.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Die Lufthansa Aerial Services will den Angaben zufolge die Drohnen als Dienstleister selbst betreiben, Piloten ausbilden und zertifizieren und möglicherweise auch Versicherungsleistungen anbieten.

Von

dpa

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