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21.09.2015

12:40 Uhr

Lufthansa bietet Internet im Flieger

Nur Telefonieren bleibt verboten

VonJens Koenen

Die Lufthansa will 2017 superschnelle Kommunikation im Flugzeugsitz möglich machen. Vom Frühsommer an soll es langsameres Internet auch auf Kurz- und Mittelstrecken geben – kostenlos ist das allerdings nicht.

Auf Kurz- und Mittelstrecken sollen die Passagiere künftig online gehen können. Nur Telefonieren bleibt tabu. dpa

Lufthansa

Auf Kurz- und Mittelstrecken sollen die Passagiere künftig online gehen können. Nur Telefonieren bleibt tabu.

FrankfurtEines stellte Carsten Spohr schon zu Beginn klar: „Telefonieren wird auch künftig nicht erlaubt sein“, sagte der Lufthansa-Chef am Montagvormittag am Frankfurter Flughafen. Es sei der klare Wunsch der Kunden, Telefongespräche zu verbieten. „Wir werden diesem Wunsch entsprechen“, so Spohr. Ansonsten aber soll alles möglich werden, von Streaming-Diensten über Kurznachrichten bis hin zur Mail-Kommunikation.

Timotheus Höttges, der Vorstandschef der Deutschen Telekom, verspricht den Passagieren eine „Qualität wie zu Hause“: „Mit dem neuen System werden bis zu 75 Mbits möglich sein.“ Das neue System – das ist eine Mischung aus LTE-Technologie und Satelliten-Kommunikation. Das System wählt stets die beste Verbindung, über dem Europäischen Festland zum Beispiel das LTE-Netz, über dem Meer die Satelliten-Verbindung. Der Fluggast merkt davon nichts. Höttges verwies auf das LTE-Netz in Europa mit mehr als 300 Sendestationen über Europa verteilt, das der Konzern derzeit aufbaut.

Das neue System, ein Hybrid mit dem Namen „European Aviation Network“, soll im Jahr 2017 starten. Lufthansa wird Pilotkunde sein, aber das Netz ist grundsätzlich offen für andere Airlines. Das Potential für Internet über den Wolken sei groß, erklärte Höttges: „25.000 Flüge starten in Europa pro Tag, es fliegen 500 Millionen Passagiere jährlich.“

Lufthansa bietet seit dem vergangenen Jahr bereits auf Langstrecken Wlan an, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Diese Technologie basiert aber rein auf Satelliten-Kommunikation. Das Angebot soll ab dem Frühsommer auf die Kurz- und Mittelstrecke ausgedehnt werden – bis das neue Netzwerk steht, allerdings vorerst noch mit einer langsameren Geschwindigkeit.

Das bietet die First Class im A380

Lufthansa

Champagner, Weiß- und Rotweine aus den Toplagen des Erdballs, Menüs internationaler Chefs, vielsprachige Purser – Lufthansa First ist in der Luft die globalste. Service kommt vor Bling, man reist standesgemäß aber sachlich distinguiert.

British Airways

Mit ihrer „Cuisine der Höhe“, designed, um den Genuss beim Flug zu optimieren, hat sich BA beim Catering besonders ins Zeug gelegt. Kabine und Sitze im BA-Blau sind streng modern, das kühle Bordambiente wird durch Lichtwechsel aufgefangen.

Qantas

Die schräg zur Flugrichtung gestellten Suiten sind originell, die 1-1-1 Konfiguration erhöht das Platzangebot, drehbare Sitze die Individualität bei den langen Flügen nach Down Under.

Emirates

Die First der Dubaier hat den luxuriösesten Touch: Ledersitze, honigfarben, goldene Applikationen. Dazu Skybar und Duschen an Bord. Die komplett abtrennbaren Suiten der Fensterreihen ermöglichen maximale Privatsphäre.

Etihad

Nüchterner und westlicher als Emirates, riesige Flatscreen-TVs. Originell: Fünf der neun First-Sitze stehen gegen die Flugrichtung. Mit „The Residence“ hat die Airline die Exklusivität allerdings übertrieben. Gut fürs Ego, schlecht fürs Portemonnaie.

Singapore Airlines

Sie definierten das neue First-Class-Reisen. Beste Balance zwischen Eleganz und Understatement der Suiten. Der Mahagoni-Schick ist aber etwas in die Jahre gekommen. Der Bordservice glänzt mit bekannter asiatischer Liebenswürdigkeit.

Air France

Die Franzosen setzen am konsequentesten auf einen offenen Lounge-Charakter ihrer First. Leicht zueinander gestellte Sitze laden geradezu dazu ein, mit dem Nachbarn zu plaudern. Die Bord-Cuisine lässt keine Wünsche offen.

Lufthansa will die Technologie unter anderem dazu nutzen, dem Passagier personalisierte Zusatzdienste anbieten zu können. „Wenn man zum Beispiel von einer längeren Reise zurückkommt, können Sie noch an Bord Lebensmittel für zu Hause bestellen, um den Kühlschrank zu füllen“, so Spohr. Die Kosten für die Nutzung würden sich nach der gebuchten Ticketklasse, der Strecke aber auch dem Status eines Vielfliegers richten.

Für das neue System müssen die Flugzeuge mit kleinen Antennen am unteren Rumpf ausgestattet werden. Zudem müssen die Systeme in der Kabine aufgerüstet werden. Spohr beziffert die Kosten auf einen sechsstelligen Betrag pro Flugzeug. Eine Gefahr für die Sicherheit an Bord sieht der Lufthansa-Chef nicht. „Das Kommunikations-Netz für die Passagiere ist komplett von dem System für den Flugzeugbetrieb getrennt.“, versichert er.

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