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30.09.2015

18:46 Uhr

Lufthansa

Bodenpersonal lehnt Einmalzahlung als zu niedrig ab

Von wegen Bewegung im Tarifstreit: Auch in den Verhandlungen mit dem Bodenpersonal kommt die Lufthansa nicht voran. Die Beschäftigten lehnten eine angebotene Einmalzahlung als „viel zu niedrig“ ab.

In den Tarifverhandlungen mit dem Bodenpersonal ist für den Luftfahrtkonzern weiter keine Einigung in Sicht. dpa

Lufthansa

In den Tarifverhandlungen mit dem Bodenpersonal ist für den Luftfahrtkonzern weiter keine Einigung in Sicht.

FrankfurtIn den Tarifverhandlungen über die Löhne und Betriebsrenten für gut 30.000 Lufthansa -Mitarbeiter ist auch nach der jüngsten Verhandlungsrunde der Gewerkschaft Verdi zufolge keine Einigung in Sicht. Das nun vorgelegte Angebot der Arbeitgeber einer Einmalzahlung von 1200 Euro für das laufende Jahr sei „viel zu niedrig“, sagte Verdi-Bundesvorstand Christine Behle am Mittwoch.

Es sei zu erwarten, dass die Lufthansa in diesem Jahr ein außerordentlich gutes operatives Ergebnis erzielen werde. Folglich müsse auch die Beteiligung der Beschäftigten höher ausfallen. Verdi fordert deshalb weiterhin ein Lohnplus von 5,5 Prozent für zwölf Monate. Verhandelt wird unter anderem für die Lufthansa-Beschäftigten der Bodendienste sowie bei Lufthansa-Systems und Lufthansa Technik.

Die Lufthansa hofft auf baldige Fortschritte, da Verdi beim strittigen Punkt der Betriebsrente erstmals mit sich Reden lasse. „Auf dieser Basis sehen wir auch Spielräume, um nun in Verhandlungen über die Vergütungsentwicklung ab 2016 einzusteigen“, sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens. Eine Tarifeinigung könnte bis Ende November unter Dach und Fach sein. Die nächste Runde ist für den 6. Oktober 2015 in Frankfurt angesetzt.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

Die Lufthansa steckt seit Jahren im Umbau. Derzeit treibt Konzernchef Carsten Spohr vor allem die Expansion der Billig-Tochter Eurowings voran. Gleichzeitig kommt Verdi durch die neue Gewerkschaft IGL, die unter den Bodenmitarbeitern auf Mitgliederfang ist, unter Druck.

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