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24.08.2015

15:38 Uhr

Lufthansa-Buchungsgebühr

Reiseverband schaltet Kartellamt ein

Die Lufthansa muss sich erneut mit dem Kartellamt auseinandersetzen. Die Wettbewerbshüter sollen die geplanten Ticket-Gebühren prüfen, fordert der Deutsche Reiseverband. Wie die Lufthansa darauf reagiert.

Geschäftsreisende beklagen Intransparenz bei der Buchung. dpa

Lufthansa-Maschine bei der Landung

Geschäftsreisende beklagen Intransparenz bei der Buchung.

Frankfurt/BerlinIm Streit um die geplante Extra-Gebühr der Lufthansa bei Buchungen hat der Deutsche Reiseverband (DRV) das Bundeskartellamt eingeschaltet. Die Wettbewerbshüter sollten prüfen, ob die Einführung des Aufschlags für Tickets, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden, die GDS-Systeme diskriminiere, erklärte der DRV am Montag. Ein erstes Gespräch habe vergangene Woche in Bonn stattgefunden. Über die Inhalte sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Lufthansa erklärte, man habe die Regelung geprüft und gehe davon aus, dass sie auch unter rechtlichen Aspekten in Ordnung sei.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Europas größter Luftverkehrskonzern will ab 1. September eine Extragebühr von 16 Euro pro Ticket erheben, die über GDS-Systeme gebucht werden. Grund seien jährliche GDS-Kosten in Höhe eines dreistelligen Euro-Millionenbetrags. Lufthansa will alternative und zuschlagfreie Buchungsmöglichkeiten etwa über die eigenen Web-Portale anbieten.

Neue Ticket-Gebühr: Lufthansa ruft die Branche zur Revolution auf

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Ab nächster Woche müssen Lufthansa-Kunden, die ihr Ticket über ein externes Reservierungssystem kaufen, eine Extragebühr bezahlen. Andere Gesellschaften könnten folgen. Der Lufthansa geht es jedoch um mehr als nur Geld.

Für Verbraucher würden Flugbuchungen durch den Aufschlag entweder teurer oder Preisvergleiche würden erschwert, da Kunden gezielt auf direkte Buchungskanäle des Konzerns gelenkt werden sollten, kritisierte der DRV. Der europäische Dachverband der Reisebüros und Reiseveranstalter (Ectaa) hat wegen der Gebühr bereits bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde eingelegt.

Von

dpa

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