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03.04.2014

16:22 Uhr

Lufthansa-Chef Franz

„Der Streik ist unverhältnismäßig“

ExklusivDer scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz kritisiert den Verhandlungsstil der streikenden Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Auch einige Argumente der Piloten kann Franz nicht nachvollziehen.

Lufthansa-Chef Christoph Franz: Das Streikrecht benötigt aus seiner Sicht Reformen. dpa

Lufthansa-Chef Christoph Franz: Das Streikrecht benötigt aus seiner Sicht Reformen.

FrankfurtKein Verständnis zeigt Christoph Franz, der scheidende Vorstandschef der Lufthansa, für die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). In Tarifverhandlungen seit es doch sehr wichtig, dass beide Seiten ihre Vorstellungen auf den Tisch legen und man dann darüber spricht, wie man einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss findet. „Dazu ist es leider nicht gekommen und deswegen finde ich den Streik unverhältnismäßig“, kritisiert er gegenüber dem Handelsblatt (Freitagsausgabe) den Verhandlungsstil der VC.

Auch das Argument der Piloten, wonach sie verzichten sollten, nur damit die Lufthansa-Aktionäre üppig bedient werden, ließ er nicht gelten. „Darf sich Sie daran erinnern, dass unseren Aktionäre im vergangenen Jahr gar keine Dividende bekommen haben“, stellte er klar. Als Fluggesellschaft stehe die Lufthansa im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, die zum Teil viel größere Margen erzielen. Das hängt natürlich an der Branche. „Hier verdient niemand 25 Prozent wie viele Unternehmen der Softwarebranche etwa“, so Franz.

Zugleich sprach er sich zwar für das Streikrecht als Grundrecht aus, forderte aber auch eine Reform: „Es sollte aus unserer Sicht auch bei einem Streik eine Pflicht auf Mindestaufrechterhaltung der kritischen Verkehrsinfrastruktur geben, zu der ja auch die Bahn oder die Flugsicherung zählen“.

Explizit entschuldigte er sich bei den 425.000 Fluggästen, die in den drei Streiktagen betroffen sind, für die Ausfälle. „Gerade unsere Kunden von außerhalb Europas haben grundsätzlich wenig Verständnis für Streiks, speziell für wiederkehrende Streiks“, so Franz. Ihnen bleibe eher in Erinnerung, dass sie sich auf die Lufthansa nicht verlassen können, während andere Drehscheiben niemals von Streiks betroffen sind.

Von

scc

Kommentare (11)

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03.04.2014, 16:40 Uhr

Wenn man schon in dieser Gehaltsklasse Streiks ( hier sollte man eher von Erpressung sprechen ) anzettelt, sollte man , nach dem Verursacherprinzip , auch für die Kosten aufkommen müssen !

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03.04.2014, 17:16 Uhr

Diese Gehaltsklasse hat jede Menge Verantwortung für das Leben von sehr vielen Menschen zu tragen, anders wie viele sogenannte hochbezahlte -Bürohengste- die vom Sessel aus falsche Entscheidungen treffen welche die Unternehmen - auch DAX Konzerne - Millionen und Milliarden an Werten vernichtet haben.

Account gelöscht!

03.04.2014, 17:16 Uhr

Jeder Streik ist unverhältnismäßig und primitiv, denn er trifft in erster Linie immer dritte die wehrlos dagegen sind und dient nur dem Selbsterhalt der Gewerkschaft und deren Bonzen, denn das sind die alleinigen Nutznießer und Gewinner.
Denn das Geld muß ja irgendwo herkommen und das sind dann zwangsläufig höhere Preise, Gebühren und andere Abgaben, nach einigen Monaten ist die Kaufkraft dann die gleiche wie vorher, nur der wirtschaftliche Schaden der angerichtet wurde bleib für alle erhalten.

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