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05.02.2016

18:42 Uhr

Lufthansa Cityline

Neuer Tarifvertrag mit Flugbegleitern steht

Die Lufthansa-Tochter Cityline hat sich mit ihren Flugbegleitern auf einen Manteltarifvertrag geeinigt. Es ist das Ende eines dreijährigen Konflikts – dabei stehen wichtige Gespräche weiterhin aus.

Eine Tarifeinigung bei der Tochter Cityline entschärft den Konflikt der Lufthansa mit ihren Flugbegleitern. AFP

Lufthansa

Eine Tarifeinigung bei der Tochter Cityline entschärft den Konflikt der Lufthansa mit ihren Flugbegleitern.

FrankfurtDie Lufthansa hat mit einer Tarifeinigung bei der Tochterfluglinie Cityline den Konflikt mit den Flugbegleitern entschärft. In dem neuen Tarifvertrag gehe es hauptsächlich um die Arbeitsbedingungen für die 1100 Kabinenangestellten von Lufthansa Cityline, sagte Steffen Frey, Verhandlungsführer der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Da die Airline ihren Flugbetrieb an den Großflughäfen Frankfurt und München zentralisiert habe, sei es für viele Mitarbeiter offen gewesen, ob sie an diese Standorte ziehen müssten. Nun habe man sich mit der Cityline-Geschäftsführung auf einen Kompromiss geeinigt. Zudem seien die Wechselmöglichkeiten zu anderen Lufthansa-Ablegern geregelt worden.

In den Verhandlungen über den sogenannten Manteltarifvertrag, die sich über drei Jahre hingezogen haben, ist nicht über Löhne oder die Altersversorgung der Stewards und Stewardessen gesprochen worden. Dafür bedarf es separater Gespräche.

Die Einigung ist der zweite Verhandlungserfolg für die streikgeplagte Lufthansa mit Ufo in diesem Jahr.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Den Arbeitskonflikt bei der Kern-Airline konnte die Lufthansa-Spitze Mitte Januar mit einer Gehaltserhöhung für das fliegende Personal entschärfen – seitdem läuft eine Schlichtung. Lufthansa Cityline fliegt mit 60 Flugzeugen von 75 Zielen Passagiere zu den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München.

Von

rtr

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