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21.10.2014

17:35 Uhr

Lufthansa

Cockpit droht mit weiterem Streik in dieser Woche

Seit Dienstagmorgen sind auch die Langstreckenflüge vom Streik der Pilotengewerkschaft betroffen. Passagiere müssen auf die Sonderflugpläne hoffen. Die Lufthansa ist mit ihrer Klage gegen den Streik gescheitert.

Lufthansa im Streik

Pilotenstreik: Es fallen rund 1.400 Europa-Flüge aus

Lufthansa im Streik: Pilotenstreik: Es fallen rund 1.400 Europa-Flüge aus

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FrankfurtDie Piloten der Lufthansa haben ihren bundesweiten Streik auf Langstreckenflüge ausgeweitet und damit eine neue Eskalationsstufe im Tarifstreit erreicht. Seit 6.00 Uhr am Dienstagmorgen bestreikt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zusätzlich zu Kurz- und Mittelstrecken auch Interkontinentalflüge der Lufthansa. Der Ausstand soll kurz vor Mitternacht enden. Bereits am Montag um 13.00 Uhr begann der Streik auf Kurz- und Mittelstrecken.

Die Lufthansa ist mit einer Eil-Klage gegen den Piloten-Streik vor Gericht gescheitert. Das Hessische Landesarbeitsgericht habe am Montagabend Anträge der Lufthansa gegen die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit zurückgewiesen, den Streik am 20. und 21. Oktober zu unterlassen, teilte das Gericht am Dienstag mit. Die Entscheidung erfolgte wegen der Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung. Gegen den Beschluss gibt es kein Rechtsmittel. Zuvor hatte auch die untergeordnete Instanz, das Arbeitsgericht Frankfurt am Main, die Klage abgewiesen.

An den beiden Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München blieb das Chaos am Dienstagmorgen aber zunächst aus. Am Frankfurter Flughafen sei es „sehr ruhig“, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Die Lufthansa-Schalter seien besetzt, gestrandete Fluggäste würden mit Essen und Getränken versorgt. Auch ein Sprecher des Münchner Flughafens meldete keine besonderen Vorkommnisse.

Ab Frankfurt fallen fast alle Interkontinental-Verbindungen aus. Auch ein Großteil der Kurz- und Mittelstreckenflüge am größten deutschen Flughafen wurde annulliert. Die Folgen waren offensichtlich: Vor den Check-In-Schaltern in Frankfurt bildeten sich teils lange Schlangen. Fest hing etwa die US-Politikerin Bonnie Lowenthal, die von Los Angeles nach Prag unterwegs war, um dort zwei Wochen Urlaub zu machen.

Wegen des Lufthansa-Streiks müsse sie auf den Zug ausweichen, die Fahrt dürfte acht Stunden dauern, sagte die 74-jährige. Da sie sich beruflich für Arbeitnehmer-Rechte einsetze - sie sitzt für die Demokraten im Parlament von Kalifornien -, habe sie Verständnis für den Piloten-Ausstand. „Aber für mich als Reisende ist es einfach nervig.“

Die Streiks bei der Lufthansa 2014

2.-4. April 2014

Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die gesamte Lufthansa praktisch lahm. 3800 Flüge fallen aus, etwa 425.000 Fluggäste sind betroffen.

29. August

Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Lufthansa-Tochter Germanwings. 116 Flüge fallen aus. Laut Schätzungen der Airline sind rund 15.000 Passagiere betroffen.

5. September

VC bestreikt Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, die in Frankfurt starten. 218 Verbindungen fallen aus.

10. September

VC streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus.

16. September

Den in Frankfurt geplanten Langstrecken-Streik sagt die VC am Vorabend mit der Begründung ab, dass neue Gespräche angepeilt würden. Die Lufthansa hatte zuvor angekündigt, alle 40 bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten anzubieten.

25. September

VC erklärt die erneuten Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert und kündigt weitere Streiks an.

30. September

Im Zuge eines erneuten Streiks am Drehkreuz Frankfurt streicht die Lufthansa knapp 50 Flüge - inklusive Rückflüge. Rund 20.000 Kunden sind den Angaben zufolge betroffen.

16. Oktober

Germanwings-Piloten legen ihre Arbeit nieder. 100 Flüge werden gestrichen.

Von den geplanten 2330 Lufthansa-Flügen fallen etwa 1500 aus, also zwei von drei. Rund 166.000 Passagiere sind betroffen. "Die Streikbeteiligung ist sehr hoch - wir sind zufrieden", sagte Cockpit-Vorstand Wahl. Noch mehr Ausfälle, nämlich 3800, hatte die Lufthansa lediglich im April zu verkraften. Damals legten die Flugzeugkapitäne die Arbeit für drei Tage komplett nieder.

Luftfahrt-Experten beziffern den direkten Schaden für die Lufthansa aus dem siebenmonatigen Arbeitskampf bislang auf 100 Millionen Euro. Ein Rückgang der Flugbuchungen in Folge der Ausstände ist noch nicht mitgerechnet.

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa läuft bereits seit April. Und auch nach Ende des mittlerweile achten Piloten-Ausstands in diesem Jahr - um Mitternacht - kann die Lufthansa nicht sofort zum Normalbetrieb zurückkehren. Für Mittwoch wurden bereits rund 60 Verbindungen annulliert. Die Flugzeugführer kämpfen für die Beibehaltung der Frührentenregelung.

Kommentare (3)

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Herr Teito Klein

21.10.2014, 10:04 Uhr

Streik bei Lusthansa
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Aber es gibt ja noch zuverlässige Airlines:
■ Emirates
■ Qantas Airways
■ Air China
■ Singapur Airlines

Wer braucht da noch die Lusthansa?

Herr Ferdinand Loeffler

21.10.2014, 10:41 Uhr

Die Konkurrenz reibt sich die Hände. Die Piloten katapultieren die Lufthansa uns sich selbst aus dem Wettbewerb. Sie werden schneller ohne Lufthansa und Job sein, als sie denken. Auf die Steuerzahler brauchen sie nicht zu rechnen, dafür sorgt schon die Angst vor der AfD.

Herr Teito Klein

21.10.2014, 17:00 Uhr

[b]Die "Luxuspiloten" können sich ja dann bei Aeroflot, easyJet, Ryanair etc. bewerben. Die bieten sicherlich besserer Leistungen als die "Lusthansa".
Dort können sie dann auch schon mit 35 in Rente gehen, allerdings mit Hartz IV!

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