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15.09.2015

16:07 Uhr

Lufthansa

EU-Kommission prüft neue Extragebühr

Die Lufthansa hat trotz Protesten und Klagen eine Extragebühr für Tickets eingeführt, die über globale Reservierungssysteme gebucht werden. Nun liegen der EU-Kommission zwei Beschwerden aus der Reisebranche vor.

Die Reisebranche sieht sich durch die Extra-Gebühr auf unrechtmäßige Weise benachteiligt. dpa

Lufthansa-Maschine bei der Landung

Die Reisebranche sieht sich durch die Extra-Gebühr auf unrechtmäßige Weise benachteiligt.

BrüsselDie EU-Kommission prüft die neue Ticketgebühr der Lufthansa auf ihre Vereinbarkeit mit europäischem Recht. Insgesamt lägen zwei Beschwerden gegen das Vorgehen der deutschen Fluggesellschaft vor, bestätigte ein Sprecher am Dienstag in Brüssel. Der Fall werde nun auf Grundlage der eingereichten Informationen untersucht.

Die Lufthansa hatte Anfang September trotz Protesten und Klagen der Reisebranche eine Extragebühr für Tickets eingeführt, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden. Sie beträgt jeweils 16 Euro. Nicht gezahlt werden muss die Gebühr nur dann, wenn der Reisende etwa über die konzerneigenen Webseiten, Service-Center und Schalter bucht.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

Beschwerdeführer bei der EU-Kommission sind der europäische Dachverband der Reisebüros und Reiseveranstalter (ECTAA) und der Europäische Verband der Reise-Technologieunternehmen und Online-Reisevermittler (ETTSA). Ihre Mitglieder sehen sich durch die Extra-Gebühr auf unrechtmäßige Weise benachteiligt.

Wann die EU-Kommission über die Beschwerde entscheidet, steht nach Angaben des Sprechers noch nicht fest. Sie ist in diesem Fall nicht an Fristen gebunden.

Von

dpa

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