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10.06.2016

15:18 Uhr

Lufthansa-Finanzchefin wechselt den Job

Simone Menne verabschiedet sich von der Börse

VonJens Koenen

Mehr als 25 Jahre war Simone Menne im Dienst von Deutschlands größter Fluggesellschaft, zuletzt als Finanzchefin. Nun heuert sie in gleicher Funktion bei einem Familienunternehmen an. Warum sie die Dax-Liga verlässt.

Die Finanzchefin der Lufthansa wechselt zu einem Familienunternehmen. Reuters

Simone Menne

Die Finanzchefin der Lufthansa wechselt zu einem Familienunternehmen.

FrankfurtNach der unerwarteten Ankündigung ihres Abschieds bei Lufthansa überrascht Finanzchefin Simone Menne erneut. Statt eine neue Aufgabe bei einem anderen Dax-Konzern zu übernehmen, wechselt die 56-Jährige zu Deutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim, einem Familienunternehmen. Menne wird zum 1. September Mitglied der Unternehmensleitung. Ihr Aufgabengebiet: Finanzen, wie schon bisher. Sie löst dort Hubertus von Baumbach ab, der zum 1. Juli die Unternehmensleitung übernimmt.

Lufthansa hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass Menne den Aufsichtsrat von Europas größter Fluggesellschaft um eine vorzeitige Beendigung ihres Vorstandsvertrages zum 31. August gebeten habe. Unternehmenskenner berichten, dass Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber zwar alles versucht habe, um die 56-jährige Managerin zu halten.

Menne gilt als sehr gradlinig und unabhängig, was viele im Kontrollgremium als gute Ergänzung zum ebenfalls starken Lufthansa-Chef Carsten Spohr sehen. Doch am Ende habe der Chefkontrolleur die Finanzexpertin nicht halten können.

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Das zeigt, wie stark der Wille zu Veränderungen bei Menne war. Sie ist seit 1989 bei Lufthansa – in verschiedenen Funktionen und bei unterschiedlichen Tochtergesellschaften. „Nach der ganzen Zeit wollte sie gerne mal was ganz anderes machen“, berichten Wegbegleiter.

Und genau das bietet Boehringer Ingelheim. Das Unternehmen ist zwar gemessen am Umsatz mit 14,8 Milliarden Euro nur knapp halb so groß wie Lufthansa. Aber Menne kann sich hier in ein neues Thema mit anderen Gesetzmäßigkeiten einarbeiten. Hinzu kommt: Die Abstimmungswege im Familienunternehmen sind kürzer.

Vor allem aber: Menne wird sich auch stark ins operative Geschäft einbringen können. Das erwarten die Gesellschafter dort von ihr. „Sie hat in ihren bisherigen Funktionen strategische und operative Verantwortung getragen. Ihr sind damit die Aufgaben und Herausforderungen eines international tätigen Unternehmensverbandes mit Stammsitz in Deutschland bestens vertraut“, erklärte Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses.

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