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07.05.2013

14:00 Uhr

Lufthansa-Hauptversammlung

Aktionäre zanken sich wegen Mayrhuber

VonTobias Döring

Nach dem Wirbel um den zukünftigen Chef des Aufsichtsrats beschäftigen sich die Lufthansa-Aktionäre nicht nur mit Personalien. Die ausbleibende Dividende regt sie auf. Kandidat Mayrhuber halten viele für den Richtigen.

Ex-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber auf der Hauptversammlung, die ihn in den Aufsichtsrat der Lufthansa wählen soll. Reuters

Ex-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber auf der Hauptversammlung, die ihn in den Aufsichtsrat der Lufthansa wählen soll.

KölnEinen Tag nach dem turbulenten hin und her um den Posten des Aufsichtsratschefs der Lufthansa machen die Aktionäre auf der Hauptversammlung der Fluggesellschaft in Köln ihrem Ärger Luft. Der ehemalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte am Montagmorgen zunächst seine Kandidatur als Chefkontrolleur zurückgezogen. Am Abend folgte dann der Rückzug vom Rückzug: Der Österreicher kandidiert nun doch.

Den Ärger der Aktionäre zog jedoch weniger der noch zu wählende Mayrhuber, als vielmehr ein aktuelles Aufsichtsratsmitglied auf sich: Frank Bsirske. Der Chef der Gewerkschaft Verdi scheidet aus dem Kontrollgremium der Lufthansa aus. Und die Anteilseigner bereiteten ihm auf der Hauptversammlung einen wütenden Abschied. „Wir freuen uns, dass sie gehen“, sagte Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger (VIP).

Der Frust sitzt tief bei den Aktionären. Zu frisch sind die Wunden, die der letzte Tarifstreit zwischen der Lufthansa und Verdi hinterlassen hat. Vor gut zwei Wochen hatte die Gewerkschaft die Flieger vom Himmel geholt und die Kranich-Airline mit einem deutschlandweiten Streik des Bodenpersonals lahmgelegt.

Bereits im März hatte Verdi zum Warnstreik aufgerufen. In der vergangenen Woche hatten sich die Parteien schließlich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Streik jedoch macht sich im Ergebnis zum Jahresstart bemerkbar. Dementsprechend warfen die Aktionärsvertreter Bsirske vor, der Lufthansa geschadet zu haben.

Die 627 Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns (Ende 2012)

Airbus A310/A319

A310: Zwei Maschinen (Vermietet)

A319: 81 Maschinen, davon 32 bei Germanwings

Airbus A320/A321

A320: 89 Maschinen

A321: 75 Maschinen

Airbus A330/A340

Airbus A330: 36 Maschinen

Airbus A340: 63 Maschinen

Airbus A380

A380: 10 Maschinen

Boeing 737

B737: 45 Maschinen

Boeing 747 (Jumbo-Jet)

B747: 29 Maschinen

Boeing 767/777

Boeing 767: Sechs Maschinen

Boeing 777: Vier Maschinen

Boeing MD-11F

MD-11F: 18 Maschinen (alle Lufthansa Cargo)

Bombardier

Bombardier CRJ: 56 Maschinen

Bombardier C-Series: 0 (bestellt für 2013 bis 2018: 30 Maschinen)

Bombardier Q-Series: 14 Maschinen

Sonstige

ATR: 11 Maschinen

Avro RJ: 22 Maschinen

Embraer: 42 Maschinen

Fokker F70: 9 Maschinen

Fokker F100: 15 Maschinen

Die Causa Mayrhofer brach sich aber doch Bahn. „Wir sind eigentlich fassungslos“, sagte Ingo Speich von Union Investment. „Das wirft bereits jetzt einen Schatten auf ihr zukünftiges Amt“, so der Fondsmanager an Mayrhuber gerichtet. Bereits am Montag hatte er Kritik an der Personalie geäußert. „Die Altlasten der Ära Mayrhuber drücken den Kranich zu Boden“, sagte Speich. Andere Aktionärsvertreter stellten sich jedoch hinter Mayrhuber. „Er ist der Richtige“, sagte VIP-Vertreter Buhlmann.

Aufsichtsratschef Jürgen Weber hatte seinen potenziellen Nachfolger, der als sein Wunschkandidat gilt, zuvor offensiv verteidigt. Die „erhebliche Verwirrung“ um Mayrhuber am Vortag habe man nicht zu verantworten. Er warf den an der Lufthansa beteiligten großen Fonds eine „blinde Corporate-Governance-Auslegung“ vor. Es sei bedauerlich zu beobachten, wie fremde Regeln für gute Unternehmensführung auch hierzulande zugrunde gelegt würden, erklärte Weber.

Kommentare (6)

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Holger_Voss

07.05.2013, 14:36 Uhr

Ich begruesse es, das Herr Mayrhuber nun doch fuer das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG zur Verfuegung steht. Als Ingenieur und ehemaliger Leiter der LG-Technik hat er sicherlich zum hohen technischen Standard (technischer Check der Flugzeuge waehrend des Fluges mittels Satelliten) der Fluggesellschaft beigetragen. Als Vorstandsvorsitzender hat er die Politik primaer dazu aufgerufen, fuer eine wettbewerbsfaehige Infrastruktur zugunsten des Luftverkehrs zu sorgen. Sicherlich muss Herr Dr. Franz wegen der Airlinekaeufe einiges bereinigen, jedoch war fuer mich das Motiv "Konsolidierung des Luftverkehrsmarktes" das nachvollziehbare Argument hierbei.

btw

07.05.2013, 14:40 Uhr

Lieber so, als kaltgestellt wie es gestern noch anzunehmen schien.
Und: es geht nicht (nur) um die Personalie.

Holger_Voss

07.05.2013, 15:01 Uhr

LH-Technik, nicht LG-Technik.

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