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03.12.2015

17:06 Uhr

Lufthansa im Tarifstreit

Schlichtung startet im Januar

Es ist der härteste Tarifkonflikt in der Unternehmensgeschichte: Die Lufthansa streitet mit den Flugbegleitern um einen neuen Vertrag. Im Januar startet Ex-Politiker Matthias Platzeck einen weiteren Schlichtungsversuch.

Nach zwei Jahren Tarifstreit will sich die Lufthansa mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo einigen – und ruft Ex-Politiker Matthias Platzeck (SPD) zur Schlichtung. dpa

Lufthansa

Nach zwei Jahren Tarifstreit will sich die Lufthansa mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo einigen – und ruft Ex-Politiker Matthias Platzeck (SPD) zur Schlichtung.

FrankfurtDie Lufthansa und die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo treiben die Schlichtung ihres zähen Tarifstreits voran. Die Vermittlungsgespräche unter Leitung des Ex-Politikers Matthias Platzeck sollten im Januar offiziell beginnen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstag. Die Schlichtungsvereinbarung, in der die strittigen Tarifthemen festgehalten sind, werde von beiden Parteien in zwei Wochen unterzeichnet. Zuvor hatte sich die Fluglinie mit der Gewerkschaft bereits grundsätzlich auf eine Schlichtung verständigt, Details aber noch offengelassen.

Nun steigen die Chancen, dass einer der härtesten Tarifkonflikte in der Geschichte der Lufthansa bald beigelegt wird. Ufo hatte die Lufthansa Anfang November sieben Tage lang bestreikt. In den seit zwei Jahren währenden Tarifverhandlungen geht es vor allem um die Betriebsfrührente für die 19.000 Stewards und Stewardessen der Kranich-Airline. Auch an einer anderen Front hat die Lufthansa Ruhe: Am Wochenende einigte man sich mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag für die gut 30.000 Beschäftigen des Bodenpersonals. Offen ist weiterhin, wie der Tarifkonflikt mit der Pilotenvereinigung Cockpit gelöst werden könnte. Hier brachte ein Spitzengespräch der Lufthansa mit allen Tarifparteien am Mittwoch keinen Durchbruch. Die Piloten bestreikten die Lufthansa im laufenden Tarifkonflikt 13 mal.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

Von

rtr

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