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31.10.2013

11:03 Uhr

Lufthansa-Konkurrent

Alitalia und Jobabbau halbieren Gewinn von Air France-KLM

Operativ läuft es für Air France-KLM gar nicht mal so schlecht. Der Quartalsüberschuss steigt um fast 30 Prozent. Doch die Krise bei der Alitalia, an der die Airline beteiligt ist, schrumpft den Überschuss zusammen.

Ein Airbus A320 hebt ab: Air France-KLM steigert den Gewinn im dritten Quartal um fast 30 Prozent. dpa

Ein Airbus A320 hebt ab: Air France-KLM steigert den Gewinn im dritten Quartal um fast 30 Prozent.

ParisHohe Abfindungen und die Schieflage von Alitalia haben der Fluggesellschaft Air France-KLM im Sommer einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Während das operative Geschäft im dritten Quartal mehr Gewinn abwarf, ging der Überschuss infolge der Sonderbelastungen um 51 Prozent auf 144 Millionen Euro zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Paris mitteilte. Das eingeleitete Sparprogramm zeigte allerdings Wirkung: So verbesserte sich der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent auf 634 Millionen Euro.

Für das kommende Jahr zeigte sich das Management dennoch pessimistischer als bislang. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mit 2,5 Milliarden Euro lediglich das untere Ende der bislang angepeilten Spanne erreichen. Auf der Mittelstrecke und im Frachtgeschäft erwartet das Management entgegen bisheriger Pläne erneut rote Zahlen.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Air France-KLM streicht wegen anhaltender Verluste im Fluggeschäft tausende Arbeitsplätze. Das kostet zunächst einmal Geld. Die Gesellschaft leidet vor allem unter dem harten Wettbewerb in Europa, wo Billigflieger den klassischen Fluglinien Geschäft abnehmen. Anders als die Lufthansa macht Air France-KLM auch noch keine Erholung im Frachtgeschäft aus. Es werde dort im nächsten Jahr zwar eine „signifikante Reduzierung“ der Verluste geben. Allerdings werde die Gewinnschwelle - anders als zunächst vorhergesagt - noch nicht erreicht. Lufthansa macht dagegen für das vierte Quartal erste Erholungstendenzen im Frachtgeschäft aus.

Die Stärke des Euro bremste das Umsatzwachstum bei Air France-KLM nahezu aus: Die Erlöse stiegen im Sommerquartal lediglich um 0,4 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Unter dem Strich schlug die Krise der italienischen Fluggesellschaft Alitalia durch, an der Air France-KLM mit einem Viertel beteiligt ist. Air France-KLM hat eine Abschreibung auf den Wert der Beteiligung vorgenommen. Nach der von Alitalia beschlossenen Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro sei der Anteil von derzeit 25 Prozent wertberichtigt worden. Im dritten Quartal sei eine Abschreibung über 119 Millionen Euro getätigt worden.

Das Unternehmen erwägt, sich an der Kapitalerhöhung bei Alitalia nicht zu beteiligen. Dadurch würde der Anteil der Franzosen von 25 auf elf Prozent sinken. Welchen Kurs Air France letztlich bei Alitalia einschlägt, ist noch unklar. Konzernchef Alexandre de Juniac hatte sich vergangene Woche grundsätzlich auch offen für eine Fusion gezeigt, dies aber an einen radikaleren Umbau von Alitalia geknüpft. Die Gesellschaft ächzt unter einem Schuldenberg von einer Milliarde Euro und fliegt täglich fast 700.000 Euro Verlust ein. Das Unternehmen erwirtschaftete seit 2002 keinen Gewinn mehr.

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