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02.01.2015

14:25 Uhr

Lufthansa

Mit Eurowings zu neuer Stärke?

Der günstige Ölpreis entlastet die Fluggesellschaften, die Lufthansa steht dennoch vor einem schweren Jahr. Mit der neuen Billigmarke Eurowings will sie Boden gut machen. Doch geben die Piloten ihren Widerstand auf?

Die neue Optik der Eurowings-Flotte auf einem Handout: Die Lufthansa versucht es mit einer Mischung aus mehr Exklusivität bei der Stammmarke und neuen Billigangeboten. dpa

Die neue Optik der Eurowings-Flotte auf einem Handout: Die Lufthansa versucht es mit einer Mischung aus mehr Exklusivität bei der Stammmarke und neuen Billigangeboten.

FrankfurtGlobal gesehen stehen der Luftverkehrsindustrie rosige Zeiten bevor, sagt zumindest der Airline-Verband IATA. 7 Prozent mehr Passagiere, eine stabile Weltwirtschaft und dauerhaft billiges Kerosin sollen die Gewinne der Fluggesellschaften 2015 um mehr als ein Viertel auf 25 Milliarden US-Dollar (20,5 Milliarden Euro) steigen lassen, hat IATA-Präsident Tony Tyler im Dezember verkündet.

Doch damit ist noch nichts darüber gesagt, wer am Ende zu den Gewinnern gehören wird. Gerade die deutschen Fluggesellschaften starten in ein schwieriges und möglicherweise entscheidendes Jahr.

Bei der Lufthansa liegen die Pläne auf dem Tisch, der neue Chef Carsten Spohr muss nun liefern, auch gegen heftigen Widerstand in der Belegschaft. Der erst im Mai 2014 angetretene Vorstandschef setzt auf eine Mischung aus mehr Exklusivität bei der Stammmarke und neuen Billigangeboten.

Wachstum wird bei Europas größtem Luftverkehrskonzern auf Sicht nur noch im Service- und Billigflugsegment stattfinden. Während die Servicetöchter etwa für Flugzeugwartung (Lufthansa Technik) und Catering (LSG) als Weltmarktführer den Wettbewerb prägen, befindet sich Lufthansa bei den Billigfliegern bestenfalls im Verfolgerfeld.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Nach der IATA-Prognose bleibt Europa ohnehin der schwierigste Markt auf dem Globus. Das billige Kerosin hilft zwar auch den Airlines auf dem alten Kontinent, doch harter Wettbewerb, ineffiziente Infrastruktur, hohe Verwaltungskosten und Steuern dämpfen die Gewinne. Im kommenden Jahr sollen sie dennoch auf 4 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) steigen nach 2,7 Milliarden Dollar im abgelaufenen Jahr 2014. Vom weltweiten Durchschnitts-Nettogewinn von 7 Dollar pro Passagier bleiben die Europäer mit 4,27 Dollar aber trotz sehr hoher Auslastung ihrer Maschinen weit entfernt.

Mit jungen, einheitlichen und effizienten Flotten sowie billigem Personal fliegen europäische Gesellschaften wie Easyjet, Ryanair und Vueling seit Jahren von Erfolg zu Erfolg. Lufthansa krempelt ihr zunächst auf deutsche Heimatflughäfen begrenztes Konzept der „Germanwings“ schon wieder um und will perspektivisch unter der einheitlichen Billig-Marke „Eurowings“ in ganz Europa unterwegs sein, möglichst mit noch weiter abgesenkten Personalkosten. Selbst ein Eurowings-Billigangebot auf der Langstrecke will Spohr 2015 etablieren und setzt dort Crews der deutsch-türkischen Lufthansa-Beteiligung Sunexpress ein.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

02.01.2015, 18:56 Uhr

Warum werden die Preise nicht um 90% gesenkt? Warum sind die Manager nur noch unfähig und kassieren dafür noch Geld???

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