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12.01.2016

14:52 Uhr

Lufthansa mit Passagier-Rekord

Trotz Streiks so viele Fluggäste wie nie

Mit steigenden Gastzahlen und besserer Auslastung startet die Lufthansa ins neue Jahr. 2015 hat die Airline so viele Passagiere befördert wie noch nie – und das trotz des längsten Streiks in der Firmengeschichte.

Im Schnitt waren die Flüge der Lufthansa im vergangenen Jahr zu rund 80 Prozent ausgelastet – eine Verbesserung um 0,3 Prozent. ap

Volle Flieger

Im Schnitt waren die Flüge der Lufthansa im vergangenen Jahr zu rund 80 Prozent ausgelastet – eine Verbesserung um 0,3 Prozent.

BerlinTrotz vieler Streiks hat die Lufthansa im vergangenen Jahr so viele Passagiere befördert wie noch nie. Die Zahl der Fluggäste sei 2015 konzernweit um 1,6 Prozent auf 107,7 Millionen gestiegen, teilte Deutschlands größte Airline am Dienstag mit. Die Maschinen waren zudem voller als je zuvor. Von 100 Sitzen in einem Flieger waren im Schnitt gut 80 besetzt – ein leichtes Plus von 0,3 Prozentpunkten.

Allein im Dezember kletterte die Zahl der Passagiere um zwei Prozent auf 7,4 Millionen. Im November hatte ein Streik der Flugbegleiter der Kranichlinie noch das Geschäft verhagelt. Der längste Ausstand der Firmengeschichte hatte für einen Rückgang der Passagiere um rund neun Prozent gesorgt. Die Tarifkonflikte mit dem Kabinenpersonal und den Piloten sind allerdings immer noch nicht gelöst.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Von

rtr

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