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03.05.2016

08:04 Uhr

Lufthansa mit Verlust

Spohr fliegt weiter im roten Bereich

VonJens Koenen

Die Lufthansa hat im ersten Quartal ihren Verlust zwar deutlich verringern können. Doch Analysten hatten von Konzernchef Spohr mehr erwartet. Die niedrigen Treibstoffpreise überdecken die vielen Probleme bei der Airline.

Experte zu Lufthansa

Airline im Tiefflug: „Hauptproblem ist das kurzfriste Buchen der Passagiere“

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FrankfurtDie Lufthansa startet dank guter Geschäfte in der Passagiersparte mit deutlich weniger Verlust ins Jahr. Der saisonübliche Betriebsverlust (bereinigtes Ebit) habe in den ersten drei Monaten 53 Millionen Euro betragen nach einem Fehlbetrag von 167 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte die größte deutsche Airline am Dienstag mit. Weitere Faktoren, die dem Ergebnis halfen, waren die niedrigeren Ausgaben für Treibstoff und niedrigere Kosten.

„Das ist eine Trendwende“, sagte Konzernfinanzchefin Simone Menne. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einem Minus von 37,6 Millionen Euro gerechnet.

Das erste Quartal ist traditionell ein reiseschwaches Vierteljahr, in dem viele Fluggesellschaften rote Zahlen schreiben. Allerdings gibt es Ausnahmen. So konnte der Rivale IAG (British Airways und Iberia) am vergangenen Freitag mit schwarzen Zahlen glänzen. Er erzielte ein operatives Ergebnis von 155 Millionen Euro, nach 25 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält Konzernchef Carsten Spohr fest: Der Betriebsgewinn werde den Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro „leicht“ übersteigen.

Der Umbau von Germanwings zu Eurowings

Germanwings

Germanwings war mit seiner Basis am Flughafen Köln/Bonn einst die drittgrößte Fluggesellschaft Deutschlands.

Quelle: dpa

Umbau

Auf Sicht wird die Marke allerdings in den kommenden Jahren von den Rollfeldern verschwinden, weil der Lufthansa-Konzern sein komplettes Billigflugangebot mittlerweile über die Plattform Eurowings organisiert.

Konkurrenzkampf

So will sich der Konzern im Kampf gegen Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair behaupten.

Kein Markenauftritt

Die Marke Germanwings, die 2002 gegründet und 2013 neu gestaltet wurde, hat seinen eigenständigen Markenauftritt bereits ebenso verloren wie seine Präsenz im Internet und im Vertrieb.

Jets

Die Germanwings-Jets werden in den kommenden Jahren umgestaltet.

Germanwings-Absturz

Der Name Germanwings wird noch lange mit dem wohl vom Co-Piloten herbeigeführten Absturz des Flugs 4U9525 verbunden werden, bei dem im März 2015 alle 150 Menschen im Flugzeug ums Leben kamen.

Verzögerter Markenwechsel

Der Markenwechsel hin zu Eurowings war aus unternehmensstrategischen Gründen aber schon vor der Katastrophe beschlossene Sache - die Tragödie hat den Umbau eher verzögert als beschleunigt.

Die Lufthansa profitiert weiter von den niedrigen Treibstoffpreisen. Sie haben der nach Passagierzahl und Umsatz größten europäischen Fluggesellschaft im vergangenen Jahr rund eine Milliarde an Kosten erspart. Für das laufende Jahr rechnet das Lufthansa-Management mit Einsparungen durch günstiges Kerosin in ähnlicher Größenordnung.

Doch die Entlastung verdeckt Probleme, mit denen Lufthansa nach wie vor kämpft. In der Kernmarke, intern Lufthansa Klassik genannt, sind die Kosten immer noch zu hoch. Das hatten auch die Anteilseigner der „Hansa“ auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche moniert. „Strukturell haben Sie so viel noch nicht getan“, mahnte Markus Neumann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

Kommentare (6)

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Hubert Fink

03.05.2016, 08:45 Uhr

Bei mir werden auch viele Probleme überdeckt.
Hallo Helga, wann stehst Du auf? Na, bestimmt wieder erst kurz vor Mittag

Herr Marc Otto

03.05.2016, 08:58 Uhr

Singapore Airlines mag ich allerdings noch mehr. Besonders auf dem Flug nach AUS ist es immer sehr angenehm, wenn das Personal nett und aufmerksam ist. Service hat dann einen ganz anderen Stellenwert, als wenn man nur in das Bundesland der unbeliebtetsten Menschen Europas (Bayern) fliegt.

Herr Robbie McGuire

03.05.2016, 09:16 Uhr

Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einem Minus von 37,6 Millionen Euro gerechnet.
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Die Analysten beurteile ich wie die Wirtschaftsweisen: Deren Prognosen sind zu keiner Zeit eingetroffen. Ich habe mir auch einmal die Mühe gemacht, einen ifo- Studie gelesen. Die vielen im Text eingebauten Eventualitäten haben mich veranlasst, nach der Hälfte des Textumfangs die Studie zu verklappen.

Häufig kommt es anders, als man denkt.

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