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22.06.2012

14:29 Uhr

Lufthansa-Nachhaltigkeitsbericht

Grüne Ideen für schwarze Zahlen

In ihrem Nachhaltigkeitsbericht entwirft die Lufthansa heute ihre Vision von der grünen Luftfahrt der Zukunft. Doch der Klimaschutz der Airline ist eher ökonomisch als ökologisch motiviert.

Mächtig Dampf steckt hinter der Boeing 747-8, aber die Lufthansa will umweltfreundlicher werden. dpa

Mächtig Dampf steckt hinter der Boeing 747-8, aber die Lufthansa will umweltfreundlicher werden.

Kerosin aus Algen, Blättern und Schlachtabfällen - auf der Suche nach dem Treibstoff der Zukunft ist den europäischen Airlines derzeit keine Idee zu skurril. In Programmen wie „Green Sky“  oder „Fuel Efficiency“ entwerfen British Airways und Lufthansa ihre Szenarien von einer grünen Luftfahrt. Der Treibstoff ist ein entscheidendes Element in den Nachhaltigkeitsstrategien der Fluggesellschaften.

Auch in ihren Nachhaltigkeitsbericht, den Deutschlands größte Airline heute in Frankfurt vorlegte, weht ein grüner Wind. Die Lufthansa erzielte laut eigener Aussage mit 4,18 Liter Kerosin pro Passagier und hundert Kilometer im Jahr 2011 einen neuen Effizienzrekord.

"Mehr Effizienz stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern senkt auch den spezifischen CO2-Ausstoß", schreibt die Airline. Um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen, werde sie "künftig konsequent weitere Optimierungen in operativen und infrastrukturellen Bereichen" anstreben.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Aktuell setzte die Lufthansa das größte Flottenerneuerungsprogramm ihrer Geschichte um: Bis 2018 werden 168 emissions- und geräuscharme Flugzeuge zu einem Listenpreis von 17 Milliarden Euro in Dienst gestellt. Jüngster Neuzugang ist die Boeing 747-8 Intercontinental, die seit Juni bei Lufthansa im Einsatz ist. Sie ist 15 Prozent treibstoffeffizienter als das Vorgängermodell Boeing 747-400, und rund 30 Prozent leiser.

Doch so grün die Zukunftsvisionen auch klingen mögen: Die Klimaanstrengungen der europäischen Airlines sind nicht ökologisch, sondern vor allem ökonomisch motiviert. Die hohen Treibstoffpreise verhageln den Airlines die Bilanzen. Mit jedem eingesparten Liter Kerosin, sinken auch die Kosten. Die Branche sucht Alternativen zum Kerosin – und wird bisher nicht fündig.

Weil der Austausch alter Flugzeuge ein langwieriger und vor allem kostspieliger Prozess ist, setzen die Airlines auf Effizienzsteigerungen beim Gewicht und beim Treibstoff. Auf das Klima haben diese Maßnahmen bisher aber kaum Auswirkungen.

Die CO2-Einsparungen, die in Europa durch neue Flotten und Gewichtsreduktionen an Bord in Europa teuer erkauft werden,  werden durch das Wachstum der ausländischen Airlines wieder aufgefressen. Wächst die Luftfahrt in ihrem momentanen Tempo weiter, wird sich das Verkehrsaufkommen bis 2050 weltweit versechsfachen, schätzt die Unternehmensberatung Booz & Company. Der Anteil des Flugverkehrs an der weltweiten CO2-Produktion wird nach den derzeitigen Prognosen damit eher wachsen als sinken. Und insbesondere in den Wachstumsregionen  Indien und China spielt der Klimaschutz derzeit noch eine untergeordnete Rolle.

Kommentare (1)

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Klimaterror

22.06.2012, 15:32 Uhr

"Klimaschutz", was für ein gigantischer Unsinn, orwellsches Neusprech in Reinstform.
Das Klima kann nicht und braucht nicht geschützt zu werden, die Lügen der korrupten "Klimawissenschaft" sind in climate gate in aller Welt bekannt, nur einige Abkassierer halten noch daran fest.
Milliarden werden so verpulvert anstatt dieses Geld für Menschen einzusetzen. Unfassbar, höchst kriminell. Die jahrzehntelange Gehirnwäsche unter grünem Logo hat gewirkt, die hässliche Fratze des Grosskapitals erscheint jetzt.

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