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23.09.2016

13:09 Uhr

Lufthansa

Piloten lehnen neues Tarifangebot ab

Die Pilotengewerkschaft hat das am Mittwoch veröffentlichte Tarifangebot der Lufthansa für ihre Piloten abgelehnt. Damit hält der schwelende Tarifkonflikt an. Ob es erneut zu Streiks kommt, steht noch nicht fest.

Ob die Lufthansa-Piloten erneut streiken, ließ die Vereinigung Cockpit offen. dpa

Lufthansa-Piloten

Ob die Lufthansa-Piloten erneut streiken, ließ die Vereinigung Cockpit offen.

FrankfurtDer Tarifkonflikt bei den Piloten der Lufthansa spitzt sich langsam wieder zu. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat am Freitag das jüngste Angebot des Unternehmens mit der Begründung abgelehnt, dass man nicht mehr an eine Paketlösung zu vielen unterschiedlichen Tarifthemen glaube. Nach den negativen Erfahrungen der vergangenen Monate wolle man nicht mehr über Paketlösungen verhandeln, erklärte VC-Sprecher Markus Wahl am Freitag in Frankfurt.

Über das weitere Vorgehen werde die Tarifkommission in den kommenden Wochen entscheiden, kündigte Wahl an. Konkrete Streikpläne gebe es derzeit nicht. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte die VC erklärt, zu offenen Tarifthemen wie Gehalt, Vorruhestand oder Betriebsrenten auch wieder Einzelverhandlungen führen zu können. Erst nach einem Scheitern dieser Verhandlungen wären neue Streiks nach bereits 13 Arbeitskämpfen wieder möglich.

Lufthansa begrüßte, dass VC derzeit keine Streiks plane. Man erneuere das Gesprächsangebot und sei weiterhin an einer gemeinsamen Lösung interessiert, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Meilen-Tipps für Vielflieger

Prämienmeilen

Es gibt Prämienmeilen und Statusmeilen. Prämienmeilen sind eine Art Währung. Damit kann man später Flüge bezahlen, oder man kann sie für Sachprämien einsetzen wie Teegläser oder eine Sporttasche. Prämienmeilen können Teilnehmer überall sammeln. In Läden, mit Zeitungsabonnements, bei Autovermietern oder in Hotelketten. Und natürlich auch beim Fliegen.

Statusmeilen

Statusmeilen dagegen gibt es nur beim Fliegen. Wer genügend Meilen zusammen hat, schafft es in den Silber-, Gold- oder Platinstatus. Bei der Lufthansa heißt der höchste Status „Hon-Circle“. Der Status verschafft in der Regel Zutritt zu Lounges, gewährt Freigepäck oder eine schnellere Abfertigung am Schalter.

Was sich bei Prämienmeilen lohnt

Beim Sammeln von Prämienmeilen lohnt es sich meist nicht, einen teuren Pullover zu kaufen, nur damit ein paar Meilen herausspringen. Günstiger ist schon ein Zeitungsabonnement. Da können ein paar Hundert Euro den Programmteilnehmer rasch einem Businessclass-Flug näher bringen.

Was sich bei Statusmeilen lohnt

Vielen Fluggästen kommt es vor allem auf Statusmeilen an. Hier raten Profis zum Beispiel, einen Fernflug ab Mailand oder Amsterdam zu planen. Das senkt die Kosten und erhöht häufig die Meilenzahl. Oft bieten Airlines in Aktionen für einen Flug die mehrfachen Meilen. Auf solche Angebote machen spezielle Newsletter aufmerksam. Vorsicht bei der Buchungsklasse P der Lufthansa. Sie gehört zur Businessclass, bietet aber weniger Meilen als der teuerste Economy-Flug.

Gut zu wissen

„Die günstigste Art, Meilen einzulösen, ist fast immer ein Prämienflug in der Business- oder First Class“, sagt Wolfgang Riegert vom Reiseportal „Vornesitzen.de“. Der Gegenwert für eine eingelöste Meile kann locker bis zu vier Cent betragen. Economyclass-Flüge als Prämie lohnen sich selten. Die Gebühren der Prämienflüge sind so hoch, dass es oft günstigere Flüge auf dem freien Markt gibt. Die Gebühren mit Meilen zu bezahlen ist ebenfalls zu teuer. Upgrades in die Businessclass sind nicht von allen Economy-Buchungsklassen aus möglich; umbuchen kann teuer werden. Wesentlich mehr machen Sammler aus ihren Meilen, wenn sie Schnäppchenflüge nutzen.

Einzelne der umstrittenen Tarifverträge sind bereits seit vier Jahren offen. Die bislang 13 Streiks hatte die VC in Wellen seit April 2014 organisiert, bis ein Gericht im September 2015 den Arbeitskampf wegen illegaler Streikziele stoppte. Zu Jahresbeginn hatten die Tarifpartner dann informelle Sondierungsgespräche aufgenommen, die vor wenigen Tagen von der VC wegen fehlender Fortschritte aufgekündigt worden waren.

Lufthansa war am Mittwoch überraschend mit einem umfassenden Tarifpaket an die Öffentlichkeit gegangen, das neben Gehaltserhöhungen und Rentenangeboten auch eine mittelfristige Jobgarantie sowie Karrierechancen für die 5400 Konzern-Piloten enthielt. Der Beförderungsstau in der schrumpfenden Flotte des Lufthansa-Kerns ist eines der größten Probleme der Pilotenschaft. Auf der anderen Seite wird die Billigsparte Eurowings mit kostengünstigeren Besatzungen ausgebaut. Die VC hat bislang vergeblich versucht, Einfluss auf diese Entwicklung zu nehmen.

Die VC hält auch in der kommenden Woche Pilotentreffen ab, um die Stimmung und Streikbereitschaft in der Belegschaft zu prüfen. „Der Unmut unter den Kollegen ist extrem groß“, sagte VC-Sprecher Wahl.

Von

dpa

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