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30.07.2015

14:20 Uhr

Lufthansa-Quartalszahlen

Das ist längst noch kein Turnaround

VonChristoph Schlautmann

Auf den ersten Blick hat die Lufthansa ein gutes Halbjahresergebnis erzielt. Doch die Zahlen täuschen. Denn es sind nicht die Sanierungserfolge der Konzernspitze, die den Gewinn treiben. Ein Kommentar.

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Wenn es bislang bei der Lufthansa um die Managementleistung im Konzern ging, kam wohl niemand an einem Begriff vorbei: „Score“. Auf diesen Namen hatte der damalige Vorstandschef Christoph Franz sein Spar- und Effizienzprogramm getauft, das Europas größte Liniengesellschaft an die Branchenspitze zurückfliegen sollte.

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte. Pablo Castagnola

Christoph Schlautmann

Der Autor ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte.

Bis zum Jahr 2015, hatte der Vorgänger von Carsten Spohr versprochen, sollte das operative Jahresergebnis „nachhaltig um 1,5 Milliarden Euro“ steigen. 2500 Einzelprojekte hatte der Lufthansa-Vorstand dazu in Gang gesetzt, eine hohe dreistellige Millionensumme für den Umbau in die Hand genommen.

Score? In der Präsentation der Halbjahreszahlen am Donnerstag war davon so gut wie keine Rede mehr. Kein Wunder. Was die Airline in der Luft hält, zeigt schon ein kurzer Blick in das vorgelegte Zahlenwerk: es sind keineswegs die Sanierungserfolge der Konzernspitze. Den Umsatz treibt der schwache Euro-Kurs nach oben, den Gewinn sinkende Kosten für Kerosin.

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Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) im ersten Halbjahr um 290 Millionen Euro, allein für den Sprit aber hatte die Lufthansa 309 Millionen Euro weniger zu zahlen. Selbst wenn man dem Management zugesteht, dass auch der schwache Euro-Kurs das Betriebsergebnis um 158 Millionen Euro belastete, kann von einem wirklichen Turnaround nicht die Rede sein – obwohl das optisch deutlich verbesserte Geschäftsergebnis dies zunächst vermuten lässt.

Dass sich der Aktienkurs am Donnerstag dezent nach unten bewegte, zeigt die Skepsis der Anleger. Misslingt Spohr der radikale Umbau der Airline, die künftig mit differenzierten Preismodellen und Billigangeboten auch auf der Langstrecke locken will, bringt der nächste Preisanstieg für Kerosin den Kranich schwer ins Trudeln.

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