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22.10.2014

09:59 Uhr

Lufthansa-Sparprogramm

Auslagerung der IT an IBM soll Millionen einsparen

Der Konkurrenzkampf in der zivilen Luftfahrt setzt der Lufthansa zu. Um Geld zu sparen, will die Airline nun ihre IT-Infrastruktur auslagern. Damit soll jedes Jahr ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden.

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Lufthansa bietet fast alle Flüge wieder an

Pilotenstreik: Lufthansa bietet fast alle Flüge wieder an

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FrankfurtDie Lufthansa will ihre Rechenzentren an IBM verkaufen und ihre IT-Sparte Lufthansa Systems auflösen. Die Rechenzentren mit derzeit rund 1400 Mitarbeitern würden künftig von dem IT-Konzern aus den USA betrieben, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Die übrigen 2800 Mitarbeiter der Lufthansa Systems AG sollen künftig in zwei eigenständigen Unternehmen innerhalb des Konzerns ihre Aufgaben erfüllen.

Die Aussicht auf die Einsparungen trieb die Aktien der Lufthansa am Mittwoch an. Die Papiere legten bis zu drei Prozent auf 12,43 Euro zu und waren zeitweise größter Gewinner im Leitindex Dax.

Für die Rechenzentren will die Lufthansa mit IBM einen Service-Vertrag über sieben Jahre schließen und damit jährlich im Schnitt rund 70 Millionen Euro einsparen. „Die Zusammenarbeit mit einem global agierenden und erfolgreichen IT-Konzern wie IBM stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Konzernunternehmen sowie der Lufthansa Group insgesamt“, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne, die auch dem Aufsichtsrat der Lufthansa Systems AG vorsitzt. Das werde die Kosten unmittelbar senken und den Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Nach dem aktuellem Verhandlungsstand wolle IBM alle rund 1400 Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur übernehmen. Die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen erhalten bleiben. Zudem habe IBM zugesagt, auch alle anderen Arbeitsplätze an den übrigen Standorten zu erhalten.

Analysten äußerten sich lobend. Die dadurch erreichte jährliche Kostensenkung von 70 Millionen Euro sei positiv und der Einmalaufwand von rund 240 Millionen Euro akzeptabel, urteilte Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher. Der Einmalaufwand werde noch 2014 verbucht, jedoch nicht im operativen Ergebnis, das für die Jahresprognose maßgeblich sei, betonte Dirk Schlamp von der DZ Bank. „Die Partnerschaft ist ein wichtiges Element in der Neuausrichtung der Konzern-IT“, ergänzte er.

Den Verkauf der Sparte will die Lufthansa Ende März 2015 abschließen. Der Aufsichtsrat muss dem Plan noch zustimmen.

Kommentare (2)

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Herr Theo Gantenbein

22.10.2014, 11:51 Uhr

Das Problem sind die Luxus Piloten, nicht die IT (die übrigens ganz gut ist).

Oft zeigt sich bei solchen Auslagerungen, dass dadurch Schwerfälligkeit entsteht und es deutlich höhere Reibungskosten gibt. Ohne dass ich die Details kenne würde ich vermuten, dass von den angekündigten 70 Mio Ersparnis am Ende vielleicht 10-20 Mios netto bleiben.

G. Nampf

22.10.2014, 11:57 Uhr

Auslagerung der IT an ein amerikanisches Unternehmen heißt Auslieferung des Unternehmens an die NSA.

Aber unsere BWL-Erbsenzähler, die in unserer Wirtschaft permanent mehr Sand ins Getriebe streuen als ein 10-wöchiger Streik, können das nicht verstehen.

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