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30.09.2014

18:05 Uhr

Lufthansa-Streik

Flughafen-Chaos bleibt aus

Die Piloten der Lufthansa lassen mit ihren Streiks nicht locker. Die fünfte Streikwelle in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zeigt in Frankfurt aber nur geringe Auswirkungen: Zahlreiche Flieger hoben trotzdem ab.

Im Streikzeitraum heben einige Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen nicht ab. dpa

Im Streikzeitraum heben einige Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen nicht ab.

FrankfurtBei den erneuten Streiks der Lufthansa-Piloten sind die meisten Flugpassagiere diesmal glimpflich davongekommen. Die Fluggesellschaft hatte am Dienstag an ihrem wichtigsten Drehkreuz Frankfurt 25 Starts zu Interkontinentalflügen gestrichen. 32 Fernverbindungen konnten mit Ersatz-Crews oder veränderten Abflugzeiten abheben, wie ein Lufthansa-Sprecher erklärte. Zuvor hatte die Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ ihre Mitglieder zu einem 15-stündigen Streik aufgerufen, der bis zum Betriebsende um 23.00 Uhr dauern sollte. Beide Seiten forderten sich gegenseitig zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

Inklusive der Rückflüge hat Lufthansa wegen des Ausstands knapp 50 Flüge gestrichen, rund 20 000 Kunden seien betroffen. Man habe viele Passagiere über andere Fluggesellschaften und Flughäfen umbuchen können, schilderte der Sprecher.

Die Lage am größten deutschen Flughafen war den Dienstag über sehr ruhig, wie auch VC-Sprecher Markus Wahl bestätigte. „Das ist aber auch gut, denn wir wollen nicht die Passagiere treffen, sondern unseren Arbeitgeber.“ Auch der Einsatz von leitenden Angestellten mit Pilotenlizenz in den Flugzeugen bewirke am ursprünglichen Arbeitsplatz der Manager-Piloten zusätzliche Probleme.

Die Gewerkschaft hatte ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu vorangegangenen Streiks nahezu verdoppelt. Einen ersten Versuch, die Langstrecke ab Frankfurt über acht Stunden zu blockieren, hatte die Lufthansa vor zwei Wochen mit Ersatzcrews so erfolgreich gekontert, dass die VC den Streik kurzfristig abgeblasen hatte.

An diesem Dienstag fielen unter anderem Flüge nach Singapur, Bangkok und Chicago aus. Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr war nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen. Auch die Langstreckenflüge von München und Düsseldorf fanden statt.

Anlass des Arbeitskampfes ist der Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. Die VC hat bereits bei den vier vorangegangenen Streikwellen bei der Lufthansa und deren Tochter Germanwings 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Zu weiteren Verhandlungsschritten sagte Lufthansa-Sprecherin Barbara Schädler dem Sender n-tv: „Es wird ehrlich gesagt nicht verhandelt. Wir treffen uns manchmal und dann wird gesagt, legt doch bitte ein unterschriftsreifes Angebot vor und dann geht man wieder auseinander. Verhandlungen heißen für uns aber, man setzt sich zusammen und überlegt, wie können wir uns einander annähern.“ VC-Sprecher Wahl verlangte von dem Unternehmen ein „verhandlungsfähiges Angebot“.

Unternehmenschef Carsten Spohr bat die Kunden um Verständnis. In einer Videobotschaft begründete der Vorstandsvorsitzende die unnachgiebige Haltung des Managements gegen die Pilotenforderungen mit der Verantwortung für das gesamte Unternehmen mit seinen 120 000 Mitarbeitern. Es gehe darum, auch künftig Qualität bieten und Investitionen tätigen zu können, erklärte Spohr. „Wir wollen auch in Zukunft die besten Mitarbeiter der Branche an uns binden, fair behandeln, fair bezahlen.“

Der Konflikt zwischen Management und Pilotengewerkschaft spitzt sich auch an anderer Stelle zu. So prüft das Unternehmen den Einsatz externer Piloten auf Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa. Die VC soll sich laut Lufthansa nicht zu Einsparungen bereiterklärt haben, was allerdings von der Gewerkschaft bestritten wird.

Von

dpa

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