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10.11.2015

15:02 Uhr

Lufthansa-Tarifkonflikt

UFO streikt bis Freitag ohne Pause

Die Flugbegleiter der Lufthansa verschärfen ihren Streik. Bis zum angekündigten Ende am Freitag sollen von Mittwoch an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden. Die Lufthansa zieht dagegen vor Gericht.

Tarifstreit eskaliert

Lufthansa-Streik verursacht 25 Millioen Euro Schaden pro Tag

Tarifstreit eskaliert: Lufthansa-Streik verursacht 25 Millioen Euro Schaden pro Tag

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FrankfurtDie Flugbegleiter der Lufthansa verschärfen ihren Streik noch einmal deutlich. Bis zum angekündigten Ende am Freitag sollen von Mittwoch an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden, kündigte die Gewerkschaft UFO am Dienstag in Frankfurt an. Aufgerufen sind die Flugbegleiter an allen drei Crew-Standorten Frankfurt, München und Düsseldorf.

Die Gewerkschaft reagiert damit auf angekündigte Klagen der Lufthansa gegen den Arbeitskampf. Die Fluglinie hatte am Dienstag bei den Arbeitsgerichten Düsseldorf und Darmstadt einstweilige Verfügungen gegen den seit Freitag laufenden Arbeitskampf eingereicht.

Gewerkschaftschef Nicoley Baublies: „UFO stellt keine utopischen Forderungen“

Gewerkschaftschef Nicoley Baublies

Premium „UFO stellt keine utopischen Forderungen“

Mit ihren Streiks haben die Flugbegleiter die Hälfte aller geplanten Lufthansa-Flüge am Montag gestoppt. Im Interview verteidigt UFO-Chef Nicoley Baublies aber die Streik-Strategie seiner Gewerkschaft.

Das Gericht in Darmstadt wollte noch am Dienstagabend (20 Uhr) über die Sache verhandeln und eine Entscheidung fällen, wie das Gericht bekanntgab. Das Arbeitsgericht Düsseldorf will im Laufe des Nachmittags entscheiden.

Die Lufthansa reagierte auf den Dauerstreik mit einem neuem Schlichtungsangebot. „Lufthansa ist ohne Vorbedingungen zu einer Schlichtung mit der Kabinengewerkschaft UFO zu allen offenen Kabinen-Tarifverträgen der Lufthansa Passage bereit“, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag. UFO-Chef Nicoley Baublies sagte zu Reuters, dass ihm kein solches Angebot vorliege. Zuvor hatte er betont, dass UFO die Streiks umgehend aussetzen könnte, falls Lufthansa sich für eine Schlichtung ohne Bedingungen entscheide.

Ihren Streik setzten die Flugbegleiter auch am Dienstag wie geplant fort. Es fielen 126 Interkontinentalflüge und zehn Europaverbindungen aus. Im Vergleich zum Vortag, als fast 1000 Flieger ausfielen, war das ein deutlich reduziertes Streikprogramm. Es handelt sich um den längsten Ausstand in der Geschichte der Lufthansa.

Nach Ansicht der Lufthansa sind die Streikforderungen der Gewerkschaft UFO unzulässig und unbegründet. Außerdem verstoße der Streik gegen die Friedenspflicht. Die UFO nannte das Vorgehen der Lufthansa „absehbar“. Es sei aber sehr verwunderlich, dass fünf Tage nach Beginn auf einmal der Streikgrund juristisch angezweifelt werde, erklärte UFO-Chef Nicoley Baublies.

Das von Lufthansa vorgeschlagene Spitzengespräch zwischen Unternehmenschef Carsten Spohr und dem UFO-Vorsitzenden Nicoley Baublies kommt nach Angaben beider Seiten nicht zustande. Es war an die Bedingung geknüpft, den Streik sofort zu beenden. Das ist nach Worten von Baublies keine Option für die UFO. Die Lufthansa müsse eine bereits einmal zugesagte Altersversorgung auch für Neueingestellte anbieten, der eine realististische Zinsentwicklung zugrunde liege.

Lufthansa hatte den rund 19.000 Flugbegleitern der Kerngesellschaft Lufthansa am Montagabend eine höhere Einmalzahlung für dieses Jahr und einen früheren Einstieg in den Vorruhestand angeboten. Das Vorstandsmitglied Karl Ulrich Garnadt wies darauf hin, dass bei steigenden Kosten Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden müssten. Dies wird von UFO als Drohung mit Jobabbau aufgefasst.

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