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19.01.2015

16:45 Uhr

Lufthansa

Tarifverhandlung mit Flugbegleitern geplatzt

Die Tarifverhandlungen der Lufthansa über die Pensionsregelungen für die 18.000 Flugbegleiter sind gescheitert. Beide Seiten haben sich auf eine Schlichtung geeinigt, für die nun ein Vermittler gefunden werden muss.

Bei der Lufthansa sind die Tarifverhandlungen mit den Flubegleitern gescheitert. dpa

Bei der Lufthansa sind die Tarifverhandlungen mit den Flubegleitern gescheitert.

FrankfurtDie Tarifverhandlungen der Lufthansa über neue Pensionsregelungen für die 18.000 Flugbegleiter sind geplatzt. Damit droht der Fluglinie, die sich seit dem vergangenen Frühjahr einen harten Tarifkampf mit ihren Piloten liefert, neuer Ärger. Die Kabinen-Gewerkschaft Ufo erklärte am Montag, auch nach langen Verhandlungen habe sich kein Kompromiss ergeben. Die Gespräche über die Übergangsversorgung seien am Freitag daher für gescheitert erklärt worden.

Beide Seiten hätten sich anschließend auf eine Schlichtung geeinigt, für die nun ein geeigneter Vermittler gefunden werden müsse. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, mit dem Schritt habe man eventuelle Streiks vorerst abwenden können. Nun gehe es darum, die Altersversorgung der Mitarbeiter trotz niedriger Zinsen und längerer Rentendauer zukunftssicher zu gestalten.

Kleine Gewerkschaften mit großer Macht

Vereinigung Cockpit (VC)

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.


Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF)

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo)

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10 000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (AGiL)

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund (MB)

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115 000 Mitglieder in Kliniken.

Ufo setzt in den seit April laufenden Tarifverhandlungen nicht nur auf Gespräche. Derzeit sind die Mitglieder bis Ende des Monats zu einer Urabstimmung aufgerufen. „Wir wollen mit dem Ergebnis der Urabstimmung in der Schlichtung Druck aufbauen“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies zu Reuters.

Die eigentlichen Schlichtungsgespräche könnten dann in der zweiten Februarhälfte beginnen. Falls die Lufthansa noch weitere der zahlreichen Themen, über die die beiden Tarifparteien derzeit sprechen, blockiere, könne es zu Streiks kommen, erklärte er. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn für die kommenden zwei Jahre.

Ufo hatte die Lufthansa vor zweieinhalb Jahren schon bestreikt. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft stemmt sich ebenso wie die Piloten prinzipiell gegen den Sparkurs der größten deutschen Airline, ist dabei aber im Vergleich zu den Cockpit-Angestellten in anderen Punkten kompromissbereit. So gab Ufo einem neuen Lufthansa-Langstreckenkonzept für touristische Ziele den Segen.

Von

rtr

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