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08.10.2014

12:47 Uhr

Lufthansa-Tochter

Austrian erzielt Einigung im Tarifstreit

Zwar müssen die Details der Einigung noch ausgehandelt werden, jedoch sprechen beide Seiten bereits von Zustimmung. Austrian und der Mutterkonzern Lufthansa schieben damit vorerst ein mögliches Billigflug-Konzept vom Tisch.

Flugzeuge der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines auf dem Flughafen Wien-Schwechat: Die Lufthansa-Tochter legt Tarifstreit bei dapd

Flugzeuge der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines auf dem Flughafen Wien-Schwechat: Die Lufthansa-Tochter legt Tarifstreit bei

WienDie Lufthansa -Tochter Austrian hat sich nach jahrelangem Streit auf einen neuen Tarifvertrag mit Piloten und Flugbegleitern geeinigt. Details der neuen Vereinbarung über Gehälter, Pensionen, Arbeitszeiten und Karrieremöglichkeiten für die 3200 Beschäftigten würden in den kommenden Wochen ausgehandelt, sagte Austrian-Chef Jaan Albrecht am Mittwoch. Für die Lufthansa ist die Einigung bei der Österreich-Tochter ein Lichtblick: Sie befindet sich selbst seit Jahren in einem erbitterten Tarifstreit mit den Piloten, die sich mit Streiks gegen den Sparkurs wehren - aktuell bei der Frachttochter Cargo.

Bei Austrian erhofft sich das Management durch den neuen Vertrag langfristige Kostensenkungen, obwohl zunächst Sonderzahlungen an die Belegschaft geplant sind. Deren Höhe ließ die Firma offen. Das Unternehmen könne die Beträge jedoch aus eigener Kraft stemmen und erwarte sowohl im laufenden Jahr als auch danach Gewinne. „Wir sind derzeit fest davon überzeugt, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Rot sollten zukünftig höchstens unsere Uniformen sein“, sagte Austrian-Finanzchef Heinz Lachinger. Der neue Tarifvertrag soll ab Dezember 2014 gelten.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Damit seien Alternativszenarien - etwa aus Austrian einen Billigflieger zu machen oder Langstreckenflüge einzustellen - vom Tisch. „Es ist uns ein Stein vom Herzen gefallen, dass wir den konstruktiven Weg gehen können“, sagte Austrian-Manager Klaus Froese. Er hatte als Chef der Austrian-Tochter Tyrolean die Verhandlungen geleitet. Die Gewerkschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Fluggesellschaft wolle nun mit Unterstützung der Lufthansa wie geplant knapp eine Milliarde Euro in neue Flugzeuge investieren und plane ein neues Konzept für Europaflüge. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stünde nun nicht mehr der zähe Konflikt mit der Belegschaft, sondern der Kampf gegen die Konkurrenz der Billiganbieter in Europa und der schnell wachsenden Golf-Airlines auf der Langstrecke, sagte Albrecht.

Die Wurzeln des Tarifstreits gehen Jahre zurück: Lufthansa hatte die lange Zeit Verluste schreibende Austrian 2009 übernommen und ringt seither um Einsparungen - auch bei der Belegschaft. Weil sich das Management jahrelang mit den Piloten und Flugbegleitern nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnte, lagerte die Firma den gesamten Flugbetrieb 2012 kurzerhand an die Regionalflugtochter Tyrolean aus - wo die Gehälter tendenziell niedriger sind. Die Löhne der 1900 Austrian-Beschäftigten wurden daraufhin eingefroren. Doch die Belegschaft nahm das nicht hin, sie klagte und bekam vom Europäischen Gerichtshof Rückendeckung.

Nun macht die Fluggesellschaft die Auslagerung wieder rückgängig: Mit März 2015 gehe der Flugbetrieb wieder von Tyrolean an Austrian zurück. Für die Mitarbeiter von Austrian und Tyrolean gebe es künftig einen gemeinsamen Tarifvertrag.

Von

rtr

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