Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2014

10:59 Uhr

Lufthansa und Air Berlin fallen zurück

Welche Airlines die Luft verpesten

Die Fluggesellschaften steigern ihre CO2-Emissionen, Experten warnen vor einem weiteren Anstieg. Im Klima-Index rutschen deutsche Airlines ab: Bei Air Berlin liegt es an der Auslastung, bei Lufthansa an den Maschinen.

Flugzeug im Anflug auf den Flughafen Frankfurt: „Es ist zu befürchten, dass sich der Anstieg der Emissionen fortsetzt.“ dpa

Flugzeug im Anflug auf den Flughafen Frankfurt: „Es ist zu befürchten, dass sich der Anstieg der Emissionen fortsetzt.“

HannoverDie Weltluftfahrt ist nach Ansicht von Klimaschützern noch weit von einer nachhaltigen Reduzierung der für die globale Erwärmung verantwortlichen Treibhausgase entfernt. Das geht aus einer Auswertung der Organisation Atmosfair hervor, die am Montag ihren jüngsten Klima-Index für 2014 vorlegte. Demnach haben die Fluggesellschaften weltweit ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer um 1,3 Prozent gesenkt.

Da die Branche aber zeitgleich um 4,8 Prozent zulegte, stiegen die Emissionen insgesamt um 3,5 Prozent. Die Senkung der Emissionen pro Kilometer ist laut Atmosfair vor allem auf den Ersatz älterer Modelle, die Nachrüstung mit aerodynamischen Flügelspitzen („Winglets“) und die bessere Auslastung zurückzuführen.

„Es ist zu befürchten, dass sich der Anstieg der Emissionen auch in den nächsten Jahrzehnten wie bisher fortsetzt“, mahnt Atmosfair-Geschäftsführer Dietrich Brockhagen. Für die anstehende Klimakonferenz in Peru sei ein stärkeres Engagement aller Beteiligten gefragt. Nur so könne das für 2020 anstehende Klimaschutzprogramm für den Weltluftverkehr wirksam an den Start gebracht werden. Brockhagen: „Die Klimakonferenz in Peru braucht mehr Entschlossenheit“.

Welche Airlines der Umwelt schaden

Das Atmosfair-Ranking

Einmal jährlich bewertet die Umweltorganisation Atmosfair die Umweltfreundlichkeit der größten Airlines. Dazu werden u.a. der CO2-Ausstoß und die eingesetzten Flugzeuge erfasst. Billigflieger tauchen bisher aus methodischen Gründen nicht im Ranking auf. Welche Airlines am schlechtesten abgeschnitten haben.

Platz 10

Czech Airlines: 48,7 Effizienzpunkte
Die tschechische Staats-Airline ist in der Rangliste abgerutscht und gehört nun zu den zehn Fluggesellschaften weltweit, die die Umwelt am stärksten belasten. Auf der Kurzstrecke schneidet Czech Airlines besonders schlecht ab.

Platz 9

US Airways Express: 48,4
Die Zubringer-Airlines von US Airways haben 20 Millionen Passagiere transportiert (Atmosfair-Daten für 2012) – dass aber nicht besonders effektiv. Die Airlines sind in Sachen Umweltbilanz die neuntschlechtesten der Rangliste.

Platz 8

Aeromexico: 48,3
Der aztekische Adlerkrieger ist das Logo von Mexikos größter Fluggesellschaft. Doch ein Adler fliegt effizienter als Aeromexico. Die Airline schneidet besonders auf der Kurzstrecke schlecht ab.

Platz 6

J-Air: 47,5
Die Regional-Tochter der Japan Airlines beförderte nur zwei Millionen Fluggäste, aber das nicht gerade zum Wohl des Klimas. J-Air ist die sechstschlechteste Airline des Rankings.

Platz 6

Malaysia Airlines: 47,5
Die arg gebeutelte staatliche Fluggesellschaft Malaysias rutscht in der Rangliste ab. Nur fünf Airlines schneiden noch schlechter ab.

Platz 5

Royal Jordanian: 46,7
Die nationale Fluggesellschaft von Jordanien ist besonders auf der Kurzstrecke klimaineffizient. Das bringt ihr in der Gesamtrangliste einen Platz unter den schlechtesten fünf Airlines ein.

Platz 4

Pakistan International Airlines: 46,1
Pakistans Staats-Airline ist nicht gerade für ihre Klima-Effizienz bekannt. In diesem Jahr schrammt die Fluggesellschaft nur knapp am Negativ-Treppchen von Atmosfair vorbei.

Platz 2

Airline Tajmyr: 45,4
Die unter dem Namen Nordstar bekannte Airline fliegt hauptsächlich mit Propeller-Maschinen von ATR.

Platz 2

Saudi Arabian Airlines: 45,4
Auf der Langstrecke gibt es viele Airlines, die in Sachen Klimaeffizienz schlechter abschneiden. Doch der CO2-Ausstoß auf der Kurz- und Mittelstrecke reißt die saudi-arabische Fluggesellschaft rein. Nur eine Airline sammelte noch weniger Effizienzpunkte.

Platz 1

Air Algerie: 45,2
Auf diesen Titel könnte Air Algerie gut verzichten: Die Fluggesellschaft ist die klimaineffizienteste der Welt. Auf der Kurzstrecke schaut es noch ganz gut aus, doch auf der Mittelstrecke schneidet die Airline richtig schlecht ab.

Unter den 193 weltgrößten Fluggesellschaften ist der deutsche Ferienflieger Tuifly erneut die klimafreundlichste Charterairline. Auch die kleine Regionalfluglinie Tunisair Express verteidigte ihren Spitzenplatz: Dank guter Bestuhlung ihrer hervorragend ausgelasteten Turboprop-Maschinen erreichte sie 84,6 von 100 möglichen Effizienzpunkten (Vorjahr: 83,8). Tuifly kam in der Gesamtwertung mit 83,3 Punkten (Vorjahr: 83,7) auf Rang zwei und führt damit vor der türkischen Sun Express (80,5) und der britischen Monarch Airlines (80,5) erneut das Gesamtranking aller Charterfluggesellschaften an.

Die besten Werte in dem Index erreichen Airlines, die moderne und auch für die beflogenen Strecken geeignete Flugzeuge einsetzen, die viele Passagiere darin unterbringen und auch in Kabine und Frachtraum stets voll ausgelastet fliegen. Der deutsche Ferienflieger Condor sank daher trotz effizienter Flugzeuge vor allem wegen einer nur durchschnittlichen Auslastung gegenüber dem Vorjahr von Platz sechs auf Rang 22 in der Gesamtwertung. Auch Air Berlin rutschte aus dem gleichen Grund von Platz zwölf auf den 17. Platz.

Die Lufthansa sackte im Mittelfeld trotz einer leichten Verbesserung ihrer Klimaeffizienz auf Platz 72 (Vorjahr: 67) - hinter der iranischen Aseman Airlines und vor der Royal Air Maroc. Neben einer „leicht unterdurchschnittlichen Bestuhlung“ begründet die Klimaschutzorganisation das mit dem noch immer häufigen Einsatz älterer Flugzeugmodelle. „Die Lufthansa hat es durch ihre Zubringerflüge zudem schwieriger als etwa Chartergesellschaften“, so Brockhagen.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Josef Schmidt

10.11.2014, 12:25 Uhr

Wann hört diese Klimahysterie auf ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×