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06.01.2015

17:46 Uhr

Lufthansa und Air Berlin

Ölpreis-Verfall verleiht Airlines keinen Schub

Die derzeit günstigen Ölpreise haben noch keine Auswirkungen auf die großen deutschen Airlines. Nach jetzigem Stand dürften die Treibstoffpreise die Tankrechnung erst Ende des Jahres schmälern.

Noch können die großen deutschen Airlines Lufthansa und Air Berlin nicht vom Verfall des Ölpreises profitieren. dpa

Noch können die großen deutschen Airlines Lufthansa und Air Berlin nicht vom Verfall des Ölpreises profitieren.

FrankfurtDer Absturz des Ölpreises ist noch kein Segen für die beiden größten deutschen Fluglinien Lufthansa und Air Berlin. „Die große Entlastung gibt es derzeit noch nicht“, sagte ein Air-Berlin-Sprecher am Dienstag.

Nach derzeitigem Stand dürften die günstigen Treibstoffpreise die Tankrechnung erst Ende des Jahres schmälern. Grund: Die zweitgrößte deutsche Airline sichert sich – ebenso wie die Lufthansa – mit speziellen Geschäften gegen Ölpreisschwankungen ab. Damit ist die Fluglinie vor plötzlichen Preisanstiegen gefeit, profitiert aber nicht unmittelbar von sinkenden Ölnotierungen.

Für viele Airline-Chefs ist der aufwendige Schutz vor rapiden Schwankungen – das sogenannte Hedging – unabdingbar, da die Ausgaben für Kerosin üblicherweise etwa ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen. „Wir wollen Planungssicherheit und sind mit unserer Absicherungsstrategie in Vergangenheit sowohl bei hohen als niedrigen Ölpreisen gut gefahren“, sagte ein Sprecher der Lufthansa.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Der größte europäische Luftfahrtkonzern sichert im Monat grundsätzlich jeweils bis zu fünf Prozent der Kerosin-Ausgaben für bis zu 24 Monate ab. Damit werden bis zu 85 Prozent des Bedarfs abgesichert.

Das Hedging ist für die Lufthansa derzeit aber kein gutes Geschäft: Im Oktober rechnete der Konzern vor, dass sich die Absicherung ab einem Ölpreis von 109 Dollar je Fass auszahlt. Aktuell kostet ein Barrel der in Europa verbreiteten Sorte Brent nur noch gut 50 Dollar – im Juni waren es noch 116 Dollar.

Rivale Air Berlin prüft nach Aussage eines Sprechers deshalb, ob der Hedging-Grad künftig abgesenkt wird. Derzeit sichert die defizitäre Airline für bis zu 18 Monate 70 bis 75 Prozent des Kerosineinkaufs ab. Die meisten Airlines werden nach Aussage von Tony Tyler, Chef des Branchenverbands IATA, bei ihren Hedging-Strategien bleiben.

„Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass der Ölpreis nach einem Fall von 30 Prozent in drei Monaten locker in drei Monaten um 30 Prozent steigen kann.“

Von

rtr

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