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20.09.2016

14:12 Uhr

Lufthansa und Air China

Spohr besiegelt Flugpakt in China

Die Lufthansa sucht ein Mittel gegen die harte Konkurrenz der Airlines vom Golf. Konzernchef Carsten Spohr hat dazu nun ein Joint Venture mit Air China gegründet. Auch die Töchter Austrian und Swiss werden eingebunden.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (rechts) besiegelte am Dienstag in Peking die Partnerschaft. dpa

Lufthansa und Air China

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (rechts) besiegelte am Dienstag in Peking die Partnerschaft.

PekingDie Lufthansa besiegelt nach zwei Jahren Verhandlungen eine weitreichende Zusammenarbeit mit Air China. Beide Fluggesellschaften haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, teilten die Lufthansa und Air China am Dienstag in Peking mit. Das Geschäft, mit dem die Lufthansa ihre Präsenz auf dem zweitgrößten Flugmarkt der Welt ausbaut, solle im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen und auch die Lufthansa-Töchter Austrian Airlines und Swiss umfassen. Die Abmachung beinhalte Strecken zwischen China und Lufthansa-Drehkreuzen wie Frankfurt, Wien und Zürich.

Für die Lufthansa ist der Schulterschluss ein Weg, um der harten Konkurrenz durch schnell wachsende Fluglinien aus dem Nahen Osten wie Emirates zu entkommen. Air China erschließt sich mit dem Deal neue Märkte in Europa. Die drittgrößte Fluglinie im Reich der Mitte versucht derzeit, den Rückstand zu den Marktführern China Southern Airlines und China Eastern zu verkürzen.

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An Europas Himmel stehen gewaltige Änderungen bevor. Die Lufthansa wehrt sich mit ihrem komplizierten „Wings“-Konzept gegen die Billig-Angreifer. Das Rennen um die Passagiere läuft.

Bei Gemeinschaftsunternehmen in der Branche teilen sich die Fluglinien auf bestimmten Strecken Verbindungen und Umsätze. Das hat den Vorteil, dass die Airlines mehr Flüge anbieten können und damit insbesondere zahlungskräftige Geschäftskunden ansprechen.

Das Volumen der neuen Zusammenarbeit mit Air China bezifferte Spohr auf jeweils rund eine Milliarde Euro auf beiden Seiten. China sei der wichtigste Markt für Lufthansa und werde eines Tages auch die USA als größten Luftverkehrsmarkt überholen. Lufthansa müsse deswegen mehr Ziele in China bedienen. Auch stiegen die Passagierzahlen. „Wir werden das auf keinen Fall alleine meistern können“, sagte der Lufthansa-Chef.

„Wir teilen die Einnahmen auf diesen Routen, wir teilen die Risiken und wir teilen die Vorteile, was es uns erlaubt, wie ein Unternehmen zu handeln“, sagte Spohr. Schon seit 1989 arbeitet Lufthansa in dem Pekinger Wartungsbetrieb Ameco und seit 2000 über gemeinsame Flugnummern (Code-Sharing) mit der staatlichen chinesischen Airline zusammen. Das neue Bündnis biete Möglichkeiten für eine „ausgiebigere formelle Zusammenarbeit“, sagte Spohr. „Wir können wie eine gemeinsame Firma agieren, auch wenn wir getrennte Airlines bleiben.“

Für die Lufthansa ist es nicht das erste Abkommen dieser Art. Ähnliche Vereinbarungen schloss die größte deutsche Fluglinie mit Singapore Airlines sowie für den nordamerikanischen Markt mit United Airlines und Air Canada. Mit All Nippon Airways (ANA) betreiben die Deutschen ein Joint-Venture für Japan-Flüge. Mit diesen Fluglinien arbeitet die Lufthansa ebenfalls in der Star Alliance zusammen. Die Kooperation in solchen Bündnissen ist wesentlich lockerer als in einem Joint Venture und beschränkt sich auf ein gemeinsames Marketing und Flugangebot.

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