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26.06.2015

17:54 Uhr

Lufthansa und Ufo

Sondierungen mit Flugbegleitern vorerst erfolglos

Kein neuer Verhandlungstermin: Derzeit scheint es nicht so, als könnte die Lufthansa den für kommende Woche angekündigten Streik der Flugbegleiter noch abwenden. Angedroht sind Ausstände bis in den September hinein.

Auch nach intensiven Sondierungen gibt es keinen neuen Verhandlungstermin, um einen Streik der Gewerkschaft Ufo noch abzuwenden. dpa

Lufthansa vor Streik der Flugbegleiter

Auch nach intensiven Sondierungen gibt es keinen neuen Verhandlungstermin, um einen Streik der Gewerkschaft Ufo noch abzuwenden.

FrankfurtTrotz intensiver Sondierungen gibt es bei der Lufthansa noch keinen neuen Verhandlungstermin, bei dem der für kommende Woche angekündigte Streik der Flugbegleiter noch abgewendet werden könnte. Sowohl das Unternehmen als auch die Kabinengewerkschaft Ufo bestätigten am Freitag zwar entsprechende Kontakte. Von einem konkreten Termin sei man aber noch weit entfernt.

Aufseiten der Gewerkschaft gab es Kritik an den am Freitag ausgegebenen Dienstplänen für den kommenden Monat. Lufthansa habe die Flugbegleiter zu einer Vielzahl zusätzlicher Bereitschaftsdienste eingeteilt, um die ab dem 1. Juli angekündigten Arbeitsniederlegungen zu unterlaufen. Ein Unternehmenssprecher verteidigte die Maßnahme, weil man sich auf einen möglichen Streik vorbereiten müsse.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Ufo hatte am Montag mit immer wieder aufflammenden Streiks vom 1. Juli bis weit in den September gedroht. Die Gewerkschaft verlangt bei der Reform der Betriebs- und Übergangsrenten für rund 19.000 Flugbegleiter wesentlich höhere Beiträge des Arbeitgebers sowie eine Erklärung, dass die gekündigten Tarifverträge zu den Renten bis zu einer Neuregelung nachwirken und damit vorerst gültig bleiben.

Von

dpa

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