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16.09.2015

15:55 Uhr

Lufthansa

Verhandlungen mit Piloten-Gewerkschaft am Donnerstag

Am Donnerstag setzen sich Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit wieder an einen Tisch. Nach dem gerichtlich gestoppten Pilotenstreik wird dann wieder über die umstrittene Übergangsversorgung gesprochen.

Am Donnerstag wird gesprochen statt gestreikt. dpa

Lufthansa und Cockpit wieder an einem Tisch

Am Donnerstag wird gesprochen statt gestreikt.

FrankfurtNach dem gerichtlich gestoppten Streik der Pilotenvereinigung Cockpit bei der Lufthansa verhandeln beide Seiten am Donnerstag wieder. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Thema der Verhandlungen soll die Ruhestandsregelung für Piloten sein. Cockpit wolle „in einem Jahr mit einem prognostizierten Rekordergebnis“ schnellstmöglich zu tragfähigen Ergebnissen kommen.

Der festgefahrene Konflikt zwischen Gewerkschaft und Airline führte in den vergangenen Monaten zu diversen Streiks. Hintergrund ist zum einen ein Streit um die sogenannte Übergangsversorgung der Piloten bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Zum anderen gibt es aber auch Auseinandersetzungen um das Sparkonzept „Wings“. Dieses sieht vor, dass die Lufthansa im Kampf gegen Wettbewerber Strecken an die konzerneigene Billiglinie Eurowings auslagert. Das Personal soll dort nicht mehr nach Lufthansa-Tarif bezahlt werden.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

In der vergangenen Woche hatte das hessische Landesarbeitsgericht einen zweitägigen Streik bei der Lufthansa untersagt. Nach Auffassung der Richter war der Streik rechtswidrig, weil die Gewerkschaft damit auch für Mitbestimmung bei der Ausgestaltung des Sparkonzepts "Wings" kämpfen wollte. Das sei keine tariflich regelbare Zielsetzung.

Von

afp

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