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13.08.2015

18:59 Uhr

Lufthansa vs. Eurowings

20.000 Euro Gehaltsunterschied

20.000 Euro weniger pro Jahr: So groß ist der Unterschied für einen Berufsanfänger, wenn er bei der Billigtochter Eurowings statt bei der Lufthansa als Pilot anheuert. Mit den Jahren wird der Abstand sogar noch größer.

Mit einer Umstellung des Konzepts der Billig-Airline Germanwings soll auch ein neuer Name kommen: Ab Herbst heißt der neue Konzern Eurowings. AFP

Aus Germanwings wird Eurowings

Mit einer Umstellung des Konzepts der Billig-Airline Germanwings soll auch ein neuer Name kommen: Ab Herbst heißt der neue Konzern Eurowings.

FrankfurtPiloten der neuen Lufthansa-Billigtochter Eurowings verdienen künftig deutlich weniger als ihre Kollegen bei der Muttergesellschaft. Um gut 20.000 Euro liege das Einstiegsgehalt eines künftigen Eurowings-Piloten unter dem eines Berufseinsteigers bei der Lufthansa-Passage, berichtete der „Spiegel“ am Donnerstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach bekommt ein Co-Pilot bei Eurowings als Berufseinsteiger künftig 44.000 Euro Grundgehalt pro Jahr. Nach zehn Jahren erhöht sich der Verdienst auf 58.000 Euro. Zum Vergleich: Ein Co-Pilot bei der Muttergesellschaft stieg bislang mit 65.000 Euro Grundgehalt im Jahr ein und bekam nach zehn Jahren 105.000 Euro. Zu dem Grundgehalt kommen in beiden Fällen jeweils noch Variablen, zum Beispiel für Überstunden. Bei Piloten der Muttergesellschaft betragen sie nach Angaben des Sprechers im Schnitt 17 Prozent des Grundgehalts.

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Auch bei Flugkapitänen ist der Unterschied demnach groß: Ein Pilot der Lufthansa-Passage stieg bislang mit 136.000 Euro Grundgehalt ein, nach zehn Jahren stieg es auf 189.000 Euro. Bei Eurowings verdient ein Flugkapitän zunächst 78.000 Euro und nach sechs Jahren 102.000 Euro.

Laut Lufthansa ist das Gehaltsgefüge im Konzern nicht neu. Schon heute würden Piloten einiger Tochterfirmen, wie zum Beispiel von Austrian Airlines, ähnliche Gehälter bekommen wie die künftigen Piloten der Eurowings.

Eurowings ist der zentrale Baustein für die neue Strategie der Lufthansa, mit der Konzern-Chef Carsten Spohr die Kosten der größten europäischen Fluggesellschaft senken will. Neben der traditionellen Passage-Flotte baut die Airline eine neue Billig-Sparte auf. Unter dem Namen Eurowings sollen die bisherigen Billigtöchter des Konzerns – etwa Germanwings – künftig günstige Kurz- und Langstreckenflüge anbieten.

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Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Von

afp

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