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12.01.2017

10:19 Uhr

Luxusgüterhersteller

Richemont kehrt zum Wachstum zurück

Der Schweizer Luxusgüterhersteller Richemont verzeichnet wieder Wachstum. Bei dem Hersteller von Cartier-Schmuck und Edeluhren der Marken Piaget und IWC hat sich vor allem das Asien-Geschäft erholt.

Luxusgüter wie die „Excalibur“-Armbanduhr gehören zu den Produkten des Konzerns. AFP

Richemont

Luxusgüter wie die „Excalibur“-Armbanduhr gehören zu den Produkten des Konzerns.

ZürichReiche Kunden in Asien und Touristen in Europa finden wieder mehr Gefallen an dem teuren Schmuck des Schweizer Luxusgüterherstellers Richemont. Der Umsatz des Genfer Konzerns kletterte im Weihnachtsquartal währungsbereinigt um fünf Prozent auf 3,09 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 2,96 Milliarden Euro deutlich. Im ersten Halbjahr 2016/17 (per Ende September) war der Umsatz noch um zwölf Prozent gesunken.

Nach wie vor etwas schleppend läuft allerdings das Geschäft mit Luxusuhren wie IWC, Piaget oder Jaeger le Coultre. Während die Schmuckverkäufe unter anderem von Cartier und Van Cleef & Arpels um acht Prozent anzogen, gingen die Verkäufe von Uhren um zwei Prozent zurück. Allerdings war der Rückgang bei den Zeitmessern nicht mehr ganz so stark wie noch vor einem Jahr.

In Asien verbuchte der nach der französischen LVMH zweitgrößte Luxusgüterhersteller ein Wachstum von zehn Prozent. Nach dreijähriger Zurückhaltung griffen reiche Chinesen wieder verstärkt bei Luxusgütern zu. In den vergangenen Jahren hatte auch das harte Durchgreifen der Regierung gegen Korruption wohlhabende Chinesen verschreckt.

In Europa ging es ebenfalls aufwärts: Hier besuchten wieder mehr Touristen die noblen Geschäfte und kauften vor allem Schmuck sowie teure Bekleidung, Lederwaren und exklusive Schreibutensilien. Vor einem Jahr waren wegen der Terroranschläge weniger Menschen nach Europa gereist und die Verkäufe stark gefallen. Auch in Amerika liefen die Geschäfte besser. Im Nahen Osten, Afrika und Japan ging der Absatz dagegen leicht zurück.

Die Zahlen von Richemont wecken die Hoffnung auf eine Trendwende für die Schweizer Uhrenindustrie, nachdem die Uhrenexporte seit fast eineinhalb Jahren rückläufig waren. Analysten zeigten sich angetan von der Geschäftsentwicklung. „Die Erholung läuft schneller als erwartet“, sagte Luca Solca von Exane BNP Paribas. Rene Weber von der Bank Vontobel resümierte, dass es auch im Uhrenbereich viel besser laufe als vorausgesagt. Sein Kollege Jon Cox von Kepler Cheuvreux sagte: „2017 dürfte ein sehr gutes Jahr werden. Eine klassische Erholung nach dem Niedergang der vergangenen Jahre.“

Die Anleger honorierten die Zahlen ebenfalls: Die Richemont-Aktie legte um 7,5 Prozent auf 76,15 Franken zu und notierte damit so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr. In ihrem Sog zogen auch die Titel des Uhrenherstellers Swatch um mehr als fünf Prozent an.

Von

rtr

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