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09.09.2014

17:14 Uhr

Luxusschuhmacher

Jimmy Choo noch im September an die Börse

Der Luxusschuhmacher Jimmy Choo folgt offenbar anderen Luxusgüterfirmen und drängt noch in diesem Monat an die Londoner Börse. Bekannt wurden die Schuhe durch eine weltbekannte US-Fernsehserie.

Edle Treter: Diese Luxusschuhe von Jimmy Choo hat First Lady Michelle Obama getragen. ap

Edle Treter: Diese Luxusschuhe von Jimmy Choo hat First Lady Michelle Obama getragen.

Der Luxusschuhmacher Jimmy Choo will nach Informationen von Bloomberg News noch in diesem Monat an die Börse in London. Das berichteten am Dienstag mit dem Vorgang vertraute Personen nur unter Zusicherung ihrer Anonymität.

Der Eigentümer JAB Holdings will demnach kurzfristig bekanntgeben, einen 25-Prozent Anteil an Jimmy Choo über die Börse verkaufen zu wollen. JAB habe Bank of America Corp. beauftragt, den Verkauf zu begleiten, und angestrebt werde eine Bewertung von einer Milliarde Dollar (780 Mio. Euro). Eine der informierten Personen berichtete zudem, dass auch die Bank HSBC Holdings Plc beauftragt worden sei. Es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, und JAB könne sich noch dagegen entscheiden, das Projekt weiter voranzutreiben.

Kommt es zum Börsengang, würde Jimmy Choo anderen Luxusgüterfirmen wie Moncler SpA, Brunello Cucinelli SpA oder Salvatore Ferragamo SpA folgen. Diese hatten bereits zuvor Anteile an der Börse verkauft, um die eigene Expansion zu finanzieren. „Hier gibt es das Potenzial für ein Phänomen wie bei Moncler”, falls Jimmy Choo plant, seine Produktpalette und seinen Vertrieb auszubauen, sagte Rahul Sharma von Neev Capital in London in einem Telefoninterview. „Es gibt genug spannende Aspekte”, erklärte Sharma, auch wenn man ohne Kenntnis von Finanzdaten nur schwer sagen könne, ob die angestrebte Bewertung von einer Milliarde Dollar eine Überlegung für Investoren darstelle. Lederartikel und Schuhe seien Produkte mit hoher Marge, und die Marke sei sowohl im hohen als auch im günstigeren Segment präsent.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Die Aktie von Moncler hatte an ihrem ersten Handelstag im Dezember 47 Prozent an Wert gewonnen. Die Papiere des italienischen Skibekleidungsherstellers hat damit 2013 unter Börseneinführungen im Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar die stärkste Entwicklung an einem ersten Handelstag hingelegt. Seitdem hat die Aktie allerdings wieder 26 Prozent abgegeben, weil die Luxusgüternachfrage aus China abflaute. Bei Börseneinführungen in London sind seit Jahresbeginn rund 27 Mrd. Dollar aufgenommen worden, und die Kursgewinne belaufen sich in diesem Zeitraum im Durchschnitt auf über sieben Prozent, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.

Jimmy Choo, dessen Schuhe durch die US-Fernsehserie „Sex and the City” bekannt wurden, profitiert von hoher Bekanntheit bei zugleich eingeschränktem Vertrieb in China. Dort lässt die Begeisterung der Käufer für die größten Luxusmarken wie Gucci oder Louis Vuitton nach, sagte Sharma. „Es ist kein Zufall, dass es gerade kleineren oder exklusiveren Marken ziemlich gut geht”, erklärte er. Jimmy Choo könne mit zusätzlichen Läden und weiterhin gewagten Designs sein Wachstum aufrecht erhalten.

Vertreter von Bank of America und HSBC wollten sich zum Thema nicht äußern. Vertreter von JAB Holdings und Jimmy Choo antworteten zunächst nicht auf Anfragen

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