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26.07.2012

20:20 Uhr

Machtkampf um Praktiker

Aktionäre und Investor verbünden sich gegen Vorstand

Die Praktiker-Aktionäre leisten Widerstand: Gemeinsam mit einem Investor wollen sie die vom Vorstand geplante Finanzierung durch den US-Hedgefonds Anchorage kippen. Die Bedingungen des Geldgebers Anchorage seien zu hoch.

Die verlustträchtige Baumarktkette Praktiker steht vor einer Sanierung. Strittig ist, wie diese finanziert werden soll. ap

Die verlustträchtige Baumarktkette Praktiker steht vor einer Sanierung. Strittig ist, wie diese finanziert werden soll.

Frankfurt/WienIm Machtkampf beim krisengeschüttelten Baumarktkonzern Praktiker haben sich die Hauptaktionäre Finanzkreisen zufolge mit dem Investor Clemens Vedder verbündet. Gemeinsam wollen Aktionärssprecherin Isabella de Krassny und Vedder den Finanzierungsplan des Vorstands für die Konzernsanierung zu Fall bringen und damit den als Hauptkreditgeber vorgesehenen US-Hedgefonds Anchorage ausbooten, wie zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Während die Sanierung selbst im Wesentlichen unstrittig ist, hatte de Krassny heftig kritisiert, dass Anchorage die profitable Konzerntochter Max Bahr als Pfand und außerdem Zugriff auf 15 Prozent der Praktiker-Aktien erhalten soll.

Ein Praktiker-Sprecher bestätigte am Donnerstag den Eingang eines Finanzierungsangebots vom Großaktionär Semper Constantia. Dieser wird von de Krassny ebenso vertreten wie der zweite Hauptaktionär Maseltov. Beide Investmentgesellschaften halten zusammen rund 15 Prozent der Stimmrechte. De Krassny und Vedder bieten dem Baumarktkonzern mehr als 100 Millionen Euro, wie eine mit dem Plan vertraute Person zu Reuters sagte.

Dabei handle es sich teils um einen Kredit und teils um Eigenkapital. Die Kreditbedingungen seien besser als die des US-Hedgefonds, der mehr als 16 Prozent Zinsen verlangt, so der Insider. Die Investoren und Praktiker wollten sich nicht dazu äußern. Der Praktiker-Sprecher sagte lediglich, das Angebot werde nun geprüft. Vedder hatte am Mittwoch bereits Interesse an einem Einstieg bei der Baumarktkette bekundet.

Praktiker will insgesamt bis zu 240 Millionen Euro auftreiben, um den defizitären Konzern wieder fit zu machen. Neben einem 85 Millionen Euro schweren Kredit von Anchorage sind dafür bis zu 95 Millionen Euro an Bankkrediten eingeplant. 60 Millionen Euro sollen die Aktionäre mit einer Kapitalerhöhung beisteuern.

Die bereits weit vorangeschritten Verhandlungen mit den Kreditgebern durften jedoch Makulatur sein, falls sich der Vorstand nun für ein alternatives Finanzierungskonzept entscheiden sollte. Bisher hatten Konzernchef Kay Hafner und Finanzchef Markus Schürholz ihren Finanzierungsplan als alternativlos bezeichnet - Anchorage schien nach langer Suche als letzter Strohhalm. „Wir hoffen, den Vertrag in Kürze abzuschließen", hatte Schürholz am Donnerstag vor Eingang des Briefs von de Krassny und Vedder gesagt.

Kommentare (1)

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SOMMER

27.07.2012, 09:21 Uhr

ständige Machtkämpfe.....klingt wie kleine Jungs die Krieg spielen wollen,und nichts dabei rauskommt-außer Schutt und Asche.Schickt eine FRAU an die Front,währendessen die kleinen Jungs Ihre Machtkämpfe weiterspielen können.

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