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22.12.2014

19:26 Uhr

Männermode-Marke im Visier

Gerry Weber kauft Hallhuber

Der Textilkonzern will das jüngere Damenmodesegment erschließen und übernimmt dafür den Einzelhändler Hallhuber. Zudem wird die Auslandsexpansion forciert und ist der Zukauf einer Marke geplant – im Bereich Männermode.

Verjüngungskur: Gerry Weber will Hallhuber kaufen

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Halle/DüsseldorfDer Textilkonzern Gerry Weber will jüngere Kundinnen gewinnen und kauft dafür den Mode-Einzelhändler Hallhuber. Mit dem Zukauf von der Beteiligungsfirma Change Capital Partners eröffne sich Gerry Weber „ein attraktives, jüngeres Damenmodesegment für die trendorientierte Frau ab Mitte 20“, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Der Zukauf solle bereits im laufenden Geschäftsjahr 2014/15 (bis 31.10.2015) einen Beitrag zum Gewinn leisten. Der - nicht veröffentlichte - Kaufpreis werde voraussichtlich durch die Aufnahme langfristiger Fremdmittel finanziert, dennoch soll die Eigenkapitalquote von Gerry Weber auch nach der Akquisition deutlich über 50 Prozent liegen.

2014 erwartet Hallhuber der Mitteilung zufolge einen deutlichen Anstieg des Umsatzes auf rund 140 Millionen Euro, das bereinigte Ebitda soll demnach auf rund 14 Millionen Euro klettern. Hallhuber betreibe derzeit mit rund 1500 Mitarbeitern 94 eigene Geschäfte, zwölf Outlets und 113 weitere Verkaufsflächen in sechs Ländern und macht mehr als 80 Prozent der Umsätze in Deutschland. Gerry Weber hat 2012/13 einen Umsatz von 852 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von 105 Millionen Euro verbucht.

Zukaufen will der Konzern auch in der Männermode. „Wir wollen ins Herrenmodegeschäft einsteigen“, sagte der neue Vorstandssprecher David Frink dem Handelsblatt. Das Modeunternehmen aus Halle/Westfalen will Männer in der Freizeit einkleiden. „Wir wollen eine Marke kaufen“, kündigte Frink an. Wenn sich eine findet, die in die Firmenphilosophie passt, will er „die Kollektion selbst entwickeln und die Produktion selbst steuern“. Gerry Weber hatte vor Jahren schon mal Herrenmode von einem Lizenzpartner fertigen lassen, sie aber im Geschäftsjahr 2008/2009 wieder vom Markt genommen.

Außerdem treibt der neue Vorstand die Auslandsexpansion voran und wagt sich erstmals über den Atlantik. So eröffnen nächstes Jahr die ersten sechs Flagship-Stores in Kanada. „Kanada ist für uns der Brückenkopf für den amerikanischen Markt“, sagte Frink. Für 2016 plant er „den Sprung an die Westküste der USA“.

Das Modeunternehmen will „Gerry Weber, Samoon sowie Taifun zu internationalen Lifestyle-Marken aufbauen“, sagte Ralf Weber, der Sohn des Firmengründers Gerhard Weber, der Ende Oktober in den Aufsichtsrat wechselte. Bisher führt nur die Kernmarke Gerry Weber ein Vollsortiment. Das soll es künftig auch für Taifun und Samoon geben. Für beide Marken sollen Lizenzen etwa für Schmuck, Brillen und Düfte vergeben werden.

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