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22.02.2011

11:16 Uhr

Maersk-Containerschiffe

XXXL-Schiffe brauchen mehr Wasser unterm Kiel

VonFlorian Brückner

Mit zehn Riesenfrachtern stellt die Reederei Maersk einen Größenrekord bei den Container-Schiffen auf. Für die Häfen ein Signal, sich schnell auf die XXXL-Schiffe einzustellen. Und das heißt: Fahrrinnen-Vertiefung.

Ein Bild von der geplanten Maersk Triple-E 26 - einem der bald größten Containerschiffe der Welt.

Ein Bild von der geplanten Maersk Triple-E 26 - einem der bald größten Containerschiffe der Welt.

DüsseldorfSie sind länger als ein moderner Flugzeugträger und größer als mancher Öltanker - die zehn von der Reederei A.P. Moeller Maersk bestellten Containerschiffe sprengen alle Dimensionen. Die bei der koreanischen Daewoo-Werft in Auftrag gegebenen Schiffe sollen jeweils 400 Meter lang und 59 Meter breit sein. Genug Platz für 18.000 Containereinheiten (TEU) je Schiff. Aber die müssen erst einmal einen Hafen finden.

In Amerika wird es da laut dem Wall Street Journal zum Beispiel schwierig. Laut der Wirtschaftszeitung könnten die Riesen-Pötte keinen einzigen Hafen der USA anlaufen - die sind nämlich einfach nicht tief genug. Für Maersk kein Problem. Die zehn neuen Schiffe sollen vor allem die Route zwischen Asien und Europa befahren. Der Tiefgang der sogenannten Triple-E-Klasse liegt bei stolzen 14,5 Metern.

"Für viele Häfen wäre ein solcher Tiefgang problematisch", sagt Burkhard Lemper, Direktor am Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Bremen. Tatsächlich könnte in Westeuropa bislang nur der Hafen in Rotterdam ohne Einschränkungen mithalten - zumindest bis in Wilhelmshaven im kommenden Jahr der JadeWeserPort fertig gestellt ist. Mit einer Fahrwassertiefe von 18 Metern können können Riesenfrachter Wilhelmshaven problemlos anlaufen. Aber auch die deutschen Häfen in Hamburg und Bremerhaven sind nicht aus dem Rennen.

"In der Regel sind Container-Schiffe nicht voll beladen und dadurch beim Tiefgang teilweise und mit entsprechenden Kosten flexibel", sagt Lemper. Alles eine Frage der Ladung. Wenn nicht alle Stellplätze für Container belegt sind, kann auch ein Schiff in Triple-E-Größe immer noch eine ganze Reihe von Häfen anlaufen. Maersk zumindest ist optimistisch. Spartenchef Eivind Kolding sagte in London, dass ausreichend viele Häfen auf dem europäischen wie auch dem asiatischen Kontinent Schiffe der neuen Größenordnung effizient be- und entladen könnten.

Dennoch ist die jüngste Maersk-Order für Lemper ein Signal an die Hafenbetreiber: "Diese Bestellung zeigt, dass das Thema Schiffsgröße für die Reeder noch nicht beendet ist, und sich die Häfen auf große Schiffe einstellen müssen." Und damit meinen Experten eben nicht nur passende Kräne oder Wendebecken, sondern vor allem ausreichend tiefe Fahrrinnen.

Wobei sich die deutschen Häfen in Hamburg und Bremerhaven bislang gut aufgestellt sehen. "Wir können bereits heute an unserem Container-Terminal 4 die fast 400 Meter langen Schiffe der E-Klasse von Maersk – die bislang größten der Welt – abfertigen. Sie haben eine Kapazität von etwa 15.500 TEU und laufen Bremerhaven als einzigen deutschen Hafen an", sagt Bremenports-Sprecher Rüdiger Staats. Die jüngste Order von Maersk bewertet Bremenports positiv: "Für uns ist das auf jeden Fall eine gute Nachricht. Unser Containerhafen ist auf die 18.000-TEU-Einheiten vorbereitet.“

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