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17.06.2015

14:55 Uhr

Maggi-Skandal in Indien

Nestlés Ärger in den Wachstumsmärkten

VonHolger Alich

Der Skandal um mit Blei verunreinigte Maggi-Nudeln kommt Nestlé teuer zu stehen: Der Konzern beziffert den Schaden mit etwa 44 Millionen Euro. Doch auch in Afrika läuft es bei Nestlé alles andere als rund.

Der Blei-Skandal kommt Nestlé teuer zu stehen. AFP

Maggi-Nudeln in Indien

Der Blei-Skandal kommt Nestlé teuer zu stehen.

ZürichDer Schweizer Lebensmittelriese Nestlé hat beziffert, was der Rückruf und die Vernichtung von Maggi-Fertignudeln in Indien kostet: 46 Millionen Franken, umgerechnet etwa 44 Millionen Euro, teilte Nestlé Indien in einer Pflichtmitteilung mit. Der Wert könnte noch steigen, weil der Rückruf noch nicht abgeschlossen sei und die Kosten der Zerstörung noch nicht abschließend beziffert werden könnten, hieß es.

Nestlé musste in Indien die beliebten Fertig-Nudeln der Marke Maggi aus dem Verkauf nehmen. Indische Lebensmittelkontrolleure hatten in einigen Packungen bedenklich hohe Bleikonzentrationen gefunden. Nestlé ist nach Tests in firmeneigenen und unabhängigen Laboren dagegen davon weiterhin davon überzeugt, dass die Nudeln in Ordnung sind. Dennoch hatte das Obergericht in Mumbai vergangenen Freitag das Verkaufsverbot bis auf weiteres aufrechterhalten.

Imageschaden für Nestlé: Maggi-Nudeln liegen Indern schwer im Magen

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Die indische Lebensmittelaufsicht hält Instant-Nudeln von Maggi für „unsicher und gefährlich“. In ganz Indien gilt nun ein Verkaufsverbot für diese Nudeln. Nestlé weist jede Schuld von sich, doch das Image leidet bereits.

Für Schlagzeilen sorgte auch ein Bericht der „Financial Times“ vom Mittwoch, demzufolge Nestlé 15 Prozent der Stellen in 21 afrikanischen Ländern kürzen wolle. Nestlé präzisierte, dass vom Stellenabbau lediglich 60 Jobs in sechs Ländern der Region „Afrika-Äquator“ (EAR) betroffen sind. Insgesamt beschäftigt Nestlé rund 11.000 Mitarbeiter auf dem schwarzen Kontinent. „Das bedeutet keine tiefgreifende Restrukturierung der Arbeitsplätzen in der Region EAR“, erklärte Nestlé. So seien die vier Werke in der Region nicht vom Stellenabbau betroffen.

Nestlé hat das Geschäft in Afrika in drei Regionen unterteilt: südliches Afrika, Zentral- und Westafrika sowie Afrika-Äquator; zu dieser Region zählt zum Beispiel Kenia. Die zuletzt genannte Region sei die kleinste der drei und sei für 10 bis 15 Prozent des Afrika-Geschäfts verantwortlich, hieß es.

Umsatzzahlen für den afrikanischen Kontinent veröffentlicht Nestlé nicht getrennt.

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