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13.08.2011

10:58 Uhr

Management

Chancen statt Risiken

VonIna Karabasz

Die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten investiert erstmals in junge Unternehmen und zeigt damit: Das Klima für Gründer wird besser.

Die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten investiert erstmals in Unternehmensgründer: Sie ist maßgebliche Geldgeberin eines Risikokapital-Fonds, den die Technische Universität München aufgelegt hat. Der hat zunächst ein Volumen von zwölf Millionen Euro, das bis 2012 auf 25 Millionen Euro steigen soll. Quelle: dpa

Die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten investiert erstmals in Unternehmensgründer: Sie ist maßgebliche Geldgeberin eines Risikokapital-Fonds, den die Technische Universität München aufgelegt hat. Der hat zunächst ein Volumen von zwölf Millionen Euro, das bis 2012 auf 25 Millionen Euro steigen soll.

DüsseldorfWenn Susanne Klatten investiert, löst das schon mal einen Ansturm aus. So war es, als die BWM-Großaktionärin und reichste Frau Deutschlands im Frühjahr 2009 überraschend Aktien des Carbon-Herstellers SGL gekauft hatte und für erhebliches Interesse am Werkstoff für leichte Autos sorgte. Und so könnte es wieder sein: Anfang Juli investierte die öffentlichkeitsscheue Unternehmerin erstmals in neu gegründete Firmen. Die 49-Jährige ist maßgeblich an einem eigens dafür aufgelegten Fonds des Zentrums für Innovation und Gründung der Technischen Universität München beteiligt.

Klatten will bewusst ein Signal setzen. In Deutschland fehle es weniger an Ideen, sondern den Investoren häufig an der Bereitschaft, mit jungen Unternehmen ein Risiko einzugehen, sagte sie, als sie den Fonds vorstellte. Das Problem des "Nichtwagens" liege schon in der Sprache: "Wir sprechen von Risikokapital, dabei müsste es eigentlich Chancenkapital heißen", sagte sie. Die öffentliche Hand habe zwar eine gute Finanzierungsstruktur für Start-ups, doch Kapital und Wagnisbereitschaft privater Investoren fehlten in Deutschland.

Dabei könnte es sich für Wagniskapitalgeber lohnen, jetzt genauer hinzuschauen: Junge Internetfirmen sind gerade dabei, sich vom Stigma der 2001 abgestürzten New Economy zu lösen. Erfolgreiche Onlinekonzepte von Firmen wie etwa dem Werbeprospektportal Kaufda, dem Rabattanbieter Dailydeal oder dem sozialen Netzwerk Xing bieten Investoren schon heute gute Renditen.

Die Zeichen für einen Aufschwung stehen gut - neue Ideen sind gefragt. Eine Umfrage unter den Mitgliedern einer Initiative von Wagniskapitalgebern, dem Business Angels Netzwerk Deutschland, ergab: Schon seit vergangenem Jahr sind Webservices und E-Business-Firmen neben Branchen wie Energie und Medizintechnik wieder dauerhaft unter den Top fünf im Ranking der beliebtesten Investments.

Das sind gute Voraussetzungen auch für ambitionierte Jungunternehmer: "Wenn jemand eine gute Idee hat, kann ich mir nicht vorstellen, warum er derzeit keinen Investor finden sollte", sagt Michael Birkel, Venture Partner bei der Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners, die junge Technologieunternehmen finanziert.

Das deutschstämmige Netzwerk Xing macht vor, worauf die Kapitalgeber hoffen: Im September wird die Aktiengesellschaft wohl in den TecDax aufgenommen und damit einer der 30 größten Technologie-werte Deutschlands. Auch die Politik steigt ein in das Geschäft mit den Gründern: Der 20 Millionen Euro schwere Frühphasenfonds Brandenburg finanziert etwa die junge Potsdamer Firma Pixray, die sich darauf spezialisiert hat, Objekte in digitalen Bildern zu erkennen.

In Amerika geht es derweil noch höher her: Facebook könnte bei einem Börsengang im nächsten Jahr mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Auch der Rabattscheck-Anbieter Groupon strebt an die Börse und will bis zu 750 Millionen Dollar einsammeln. In den USA sei das Klima für Firmen, die Kapitalgeber suchen, wieder gut, sagt Andrew Trader, Venture-Captial-Investor beim Risikokapitalgeber Maveron. "Die Käufer zahlen Aufpreise, wie ich sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen habe." Trader war Mitgründer des Online-Spieleentwicklers Zynga, der bei einem Börsengang im nächsten Jahr mindestens eine Milliarde Dollar einnehmen will.

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