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12.11.2012

14:26 Uhr

Marktmanipulation

Ratingagentur-Mitarbeiter bald vor Gericht?

Staatsanwälte in Italien wollen Mitarbeiter von S&P und Fitch vor Gericht bringen. Die Justiz will nun prüfen, ob den Angestellten ein Prozess wegen Marktmanipulation droht. Vorwürfe gegen Moody's wurden fallengelassen.

Droht den großen US-Ratingagenturen S&P und Fitch ein Prozess? dpa

Droht den großen US-Ratingagenturen S&P und Fitch ein Prozess?

MailandDie italienische Staatsanwaltschaft will sieben Mitarbeiter der großen US-Ratingagenturen S&P und Fitch wegen des Vorwurfs der der Marktmanipulation vor Gericht bringen. Gegen zwei Mitarbeiter der Agentur Moody's habe die Anklage ihre Vorwürfe dagegen fallengelassen, teilte die italienische Steuerpolizei am Montag mit. Ein Gericht muss nun entscheiden, ob ein Prozess eröffnet wird.

Die Justiz hatte schon vor längerer Zeit mitgeteilt, sie untersuche, ob es im Zusammenhang mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens im Jahr 2011 durch Standard & Poor's (S&P) zu unerlaubten Marktmanipulationen und der rechtswidrigen Verwendung von vertraulichen Informationen gekommen ist. So soll geklärt werden, ob vor der offiziellen Verkündung Insider-Informationen weitergegeben wurden. Federführung hat die Staatsanwalt in der süditalienischen Kleinstadt Trani.

Angestoßen hatten die Prüfungen zwei Verbraucherverbände, die sich über die Auswirkungen der Agentur-Berichte auf die Aktienkurse in Mailand beschwert hatten. S&P hatte damals in einem Rundumschlag die Bonitätsnote mehrerer Euro-Staaten herabgestuft, darunter auch die Italiens. Fitch hatte angekündigt, in Kürze die Bewertung der Kreditwürdigkeit Italiens um ein bis zwei Noten zu senken.

Alle drei Agenturen hatten erklärt, sie seien sich keiner Schuld bewusst. S&P bekräftigte am Montag, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage.

Von

rtr

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