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20.08.2013

18:02 Uhr

Massive Investitionen

Otto baut in Russland 700 Stellen auf

Der Otto-Konzern hat sich innerhalb der letzten Jahre zum Marktführer im russischen Versandhandel entwickelt. Diese Position soll nun noch weiter ausgebaut werden – mit Investitionen in Logistik.

Nach Ottos Einschätzungen ist eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich. dpa

Nach Ottos Einschätzungen ist eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich.

Hamburg/MoskauDer Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group baut sein Geschäft in Russland aus. Mit Investitionen von 50 Millionen Euro vor allem in Logistik-Infrastruktur sollen 700 neue Arbeitsplätze im größten Land der Erde entstehen, teilte Otto am Dienstag in Hamburg mit.

Das Unternehmen habe sich mit mehreren Marken in sieben Jahren zum Marktführer im sogenannten Distanzhandel in Russland entwickelt. Mit mehr als 2000 Beschäftigten erwirtschafte es rund 550 Millionen Euro Umsatz. Nach den Erwartungen von Otto werden russische Verbraucher in fünf Jahren etwa 19 Milliarden Euro durch Einkäufe im Internet umsetzen, mehr als doppelt so viel wie heute. Ein Großteil der geplanten Investitionen fließe in das Otto-Logistikzentrum in der Stadt Twer rund 170 Kilometer nordwestlich von Moskau, dessen Fläche verdoppelt werde.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

Eine Welt ohne Online-Shopping?

„Aus heutiger Sicht wäre das der Weg zurück in die Steinzeit“, lautete eine Antwort auf diese Frage. E-Commerce hat sich fest in den Alltag der meisten Menschen integriert. Die Deutschen sind insgesamt besonders positiv eingestellt. 61 Prozent der Deutschen Online-Shopper möchten auf diese bequeme Art des Einkaufs nicht mehr verzichten.

Faktor Zeit

„Zu den Zeiten einkaufen, die in mein Leben passen“ nennen in Deutschland vier von fünf Konsumenten als wichtigsten Vorteil. Eine echte Zeitersparnis haben 57 Prozent festgestellt. Mehr Zeit zu haben, empfinden dabei die meisten Deutschen als eine Entlastung im Alltag: 63 Prozent geben an, „viel weniger Stress beim Einkaufen als früher in der Stadt“ zu haben. 55 Prozent geben an, sich entspannter zu fühlen.

Faktor Angebotsvielfalt und Preis

„Genau das Produkt, das ich suche“ finden in der Regel zwei Drittel der Online-Shopper. Und zwar sehr schnell und zum günstigsten Preis. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, im Internet oft besonders individuelle Produkte zu finden, 62 Prozent schätzen es, dass sie Produkte finden, „die man im Geschäft beziehungsweise via Katalog nicht bekommen würde“.

Faktor Selbstbestimmung

Die Mehrheit der Käufer erlebt sich im Internet als „empowered consumer“. Zwei Drittel der Online-Shopper halten sich für besser informiert über Angebote und Preise als früher, nutzen gerne Bewertungen anderer Kunden und meinen, dass Konsumenten heute durch Kommentarfunktion und Empfehlungen beim Online- Kauf viel mehr Einflussmöglichkeiten haben.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

Eine der größten Herausforderungen in Russland sei der Warentransport über oft Tausende Kilometer, sagte Aufsichtsratschef Michael Otto (70) der dpa in Moskau. „Es klappt nicht immer reibungslos mit der Russischen Post.“ Einige Sendungen dauerten mehrere Wochen. „Aber man muss sehen, dass die Staatspost vor enormen logistischen Herausforderungen steht“, sagte Otto. Auch die Bürokratie sei ein Hindernis. „Aber wir sind stets vernünftig damit zurechtgekommen. In der ersten Phase war die Zollabwicklung unheimlich schwierig, da stauten sich unsere Trucks an der Grenze.“

Seit 1965 sei er immer wieder in Moskau gewesen, sagte Otto. „Als ich zwischen 1971 und 1981 für den Einkauf zuständig war, kam ich öfter nach Russland. Manchmal hing eine Seite aus einem Otto-Katalog im Schaufenster, nach dem Motto: "Das können wir schneidern"“, erzählte der Aufsichtsratschef über die Sowjet-Ära. Einige russische Designer seien interessant. „Eine Zusammenarbeit ist vorstellbar.“

Bei den Bestellungen würden sich die Russen heute nicht so sehr unterscheiden von Kunden in anderen Ländern, sagte Michael Otto. „Die Russin ist mittlerweile so modisch wie die Deutsche oder Französin.“

Von

dpa

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