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24.05.2013

14:41 Uhr

McDonald's-Chef im Kreuzverhör

„Wir verkaufen kein Junk Food“

Auf der Hauptversammlung muss sich McDonald's-Chef Thompson heftige Kritik anhören. Eine Neunjährige hielt ihm vor, Kinder mit Spielwaren zu locken. Doch Thompson leistet Abbitte: „Wir haben uns verändert.“

Typische McDonald's Produkte. CEO Thompson gelobt Besserung - man wolle noch mehr Obst und Gemüse anbieten. Reuters

Typische McDonald's Produkte. CEO Thompson gelobt Besserung - man wolle noch mehr Obst und Gemüse anbieten.

Oak BrookEs ist eine Neunjährige, von der McDonald's-Chef Don Thompson als erstes in die Mangel genommen wird. Hannah Robertson heißt sie. „Es ist nicht okay, wenn große Unternehmen Kinder zu ungesundem Essen verleiten mit Spielsachen oder Cartoon-Figuren“, sagt sie dem Manager ins Gesicht und meint damit die Happy Meals. Sie erzählt von Altersgenossen mit Diabetes oder Übergewicht. „Herr Thompson, wollen Sie nicht, dass Kinder gesund essen, damit sie ein langes und glückliches Leben führen können?“

Es ist Hauptversammlung bei McDonald's - und bei diesem jährlichen Treffen der Aktionäre entlädt sich deutliche Kritik an der größten Fast-Food-Kette. Doch am Firmenveteranen Thompson prallt sie ab. Er ist seit 23 Jahren dabei und steht seit einem knappen Jahr an der Spitze. „Wir verkaufen kein Junk Food, Hannah“, versichert der Herr über mehr als 34.000 Schnellrestaurants. „Wir verkaufen viel Obst und Gemüse bei McDonald's und wir wollen noch mehr verkaufen.“ Zu den Happy Meals gebe es Äpfel, zählt er auf. Oder Milch. „Wir bieten Salate an für einen Dollar, die kann sich jeder leisten.“

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Obst, Gemüse, Milch - fast gebetsmühlenartig wiederholt Thompson die Angebote. Denn immer wieder muss er sich den gleichen Vorwurf anhören, den eine Frau in besonders scharfer Weise formuliert: „Über Jahrzehnte hat McDonald's satte Profite auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder gemacht.“ Thompson scheint der Angriff nahe zu gehen: „So wie sie uns beschreiben sind wir nicht. Wir sind keine Raubtiere“, sagt er. Ja, es gebe Probleme. „Und wir können Teil der Lösung sein“, sagt Thompson. „Aber wir sind nicht der Auslöser für Fettleibigkeit.“ Der durchschnittliche Kunde esse drei bis vier Mal im Monat bei McDonald's.

Spätestens Präsidentengattin Michelle Obama hat in den USA die Diskussion um gesunde Ernährung wieder angestoßen. Sie hatte die größte Supermarktkette Wal-Mart dazu gedrängt, mehr frische Waren anzubieten. Und auch McDonald's steht unter Druck. UN-Experten hatten im vergangenen Jahr sogar eine Sondersteuer für Junk Food - also industriell gefertigtes, ungesundes Essen - gefordert.

McDonald's-Chef Don Johnson: „Wir stehen zu unseren Klassikern wie dem Big Mac" dapd

McDonald's-Chef Don Johnson: „Wir stehen zu unseren Klassikern wie dem Big Mac"

McDonald's als Marktführer habe eine besondere Verantwortung, sagt Kia Robertson, die Mutter von Hannah. „Diese Generation hat echte Probleme.“ Sie ist mit ihrer Tochter an diesem Donnerstag zur Hauptversammlung im Städtchen Oak Brook in Illinois gekommen, wo der Fast-Food-Riese seinen Sitz hat. Ihr missfällt besonders die Werbung, die sich an Kinder richtet. „Ronald ist kein schlechter Kerl“, erwidert Thompson und meint damit das Maskottchen Ronald McDonald. „Bei ihm geht es um Spaß. Er ist ein Clown. Ich würde sie deshalb bitten, auch ihren Kinder etwas Spaß zu gönnen.“

Es ist eine Gratwanderung, die Thompson machen muss. Auf der einen Seite darf er seine Stammkundschaft nicht verprellen. „Wir stehen zu unseren Klassikern wie dem Big Mac, unseren weltberühmten Pommes Frites, Hamburgern und Cheeseburgern sowie Chicken McNuggets.“ Sie machten ein Viertel der Verkäufe aus. Auf der anderen Seite muss er auf die Kritik reagieren. „Wir haben uns verändert. ... Wir bieten gutes Essen an.“ Dass die Kritik auf der Hauptversammlung im nächsten Jahr ausbleibt, scheint allerdings unwahrscheinlich.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.05.2013, 16:10 Uhr

"„Es ist nicht okay, wenn große Unternehmen Kinder zu ungesundem Essen verleiten mit Spielsachen oder Cartoon-Figuren“, sagt sie dem Manager ins Gesicht und meint damit die Happy Meals. "

Es ist nicht okay, wenn Dich Deine Eltern zu McDonald's bringen, waere wohl die bessere Erkenntnis fuer die Kleine.

Charly

24.05.2013, 16:36 Uhr

„Wir verkaufen kein Junk Food“

Nee, das ist kein Abfall-Essen,
das wird bereits absichtlich so hergestellt !

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