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25.01.2016

18:17 Uhr

McDonald's

Den ganzen Tag frühstücken

VonThomas Jahn

Frühstück funktioniert. Die Amerikaner stürmen die McDonald's-Filialen, weil sie nun den ganzen Tag Egg oder Sausage McMuffins essen können. Die Fast-Food-Kette legt gute Zahlen vor – auch für Deutschland gibt es Pläne.

Das ganztägige Frühstücksangebot trägt unter anderem zum US-Wachstum von McDonald's bei. Reuters

Fast-Food-Kette

Das ganztägige Frühstücksangebot trägt unter anderem zum US-Wachstum von McDonald's bei.

New YorkFrühstücken den ganzen Tag – das lockt die Amerikaner. Seit wenigen Monaten kann man in den USA bei McDonald's zu jeder Zeit einen Kaffee mit Egg McMuffins oder andere Angebote von der Frühstückskarte bestellen. Das ließ der Fast-Food-Kette zufolge die Besucherzahlen nach oben schnellen – im vierten Quartal 2015 um 5,7 Prozent je US-Filiale, die im Schnitt ein Jahr besteht.

Analysten hatten mit einem Plus von 2,7 Prozent gerechnet. Auch der Umsatz mit 6,34 Milliarden Dollar überbot die Expertenerwartung von 6,23 Milliarden Dollar. „McDonald's hat seinen magischen Touch wieder gefunden“, schrieb Mark Kalinowski, Analyst von Nomura.

Die Aktie stieg im schwachen Börsenumfeld um fast zwei Prozent. Was die Anleger vor allem erfreute: McDonald's senkte im Vergleich zum Vorjahr die Kosten um 7,5 Prozent. Der Nettogewinn stieg um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Die Kapitalinvestitionen sollen im laufenden Jahr nicht weiter steigen und bei zwei Milliarden Dollar liegen.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Die positiven Zahlen sind vor allem eine Stütze für Steve Easterbrook. Der übernahm im vergangenen März die Geschäfte des Fast-Food-Riesen, der in große Probleme geraten war. Die Besucherzahlen gingen im wichtigen US-Geschäft seit 2012 fast stetig zurück. Franchise-Nehmer beschwerten sich über eine überfrachtete Speisekarte, Kunden über zu lange Wartezeiten. Neue Anbieter wie „Shake Shack“ oder „Five Guys“ wuchsen stark. Vor einem Jahr musste dann auch Vorstandschef Jim Skinner seinen Hut nehmen – nach 41 Jahren im Konzern.

Mit Easterbrook führt zum ersten Mal ein Ausländer den Konzern. Der Engländer will aus McDonald's eine „moderne Burger-Kette“ machen. Er führte zuvor undenkbare Reformen wie die Verwendung von Hühnerfleisch ohne Antibiotika ein.

Seine beste Idee bislang: Frühstück den ganzen Tag anzubieten. Es bleibt abzuwarten, ob hinter dem Besucheransturm Neugier oder echte Begeisterung steckt. „Die wahre Frage ist, ob das ein nachhaltiger Einfluss sein wird oder die Leute es nur einmal ausprobieren“, sagte Jennifer Bartashus, Analystin von Bloomberg. Die Zahlen seien auf den „Einfluss unseres Turnarounds“ zurückzuführen, sagte Easterbrook.

Der 48-Jährige hat auch das Glück des Wagemutigen. Das bislang in den USA recht milde Winterwetter lockte mehr Kunden. Mit Schneesturm Jonas an der Ostküste Amerikas ist der Vorteil für das laufende Quartal zuende.

Auch auf dem deutschen Markt ist McDonald's wieder besser ins Geschäft kommen. Bereits im vergangenen Jahr habe man auf bestehender Fläche wieder ein Umsatzwachstum geschafft, die eigenen Planungen seien damit übertroffen worden, sagte McDonald's-Deutschland-Chef Holger Beeck am Montag. Der angekündigte Wandel greife.

Rund 450 bis 500 Millionen Euro gibt das Unternehmen mit seinen Franchise-Nehmern bis Ende 2019 aus, um Neuheiten wie bargeldloses Bezahlen oder Tischservice einzuführen. Ein Testlauf mit Bedienungen war in 25 Filialen laut Beeck erfolgreich, weitere 200 Restaurants sollen in diesem Jahr folgen. Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 1500 McDonald's-Filialen.

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