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05.12.2013

12:49 Uhr

McDonald's Konkurrent Hooters

Ein Burger zu viel

VonJan Keuchel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bekannten Ex-McDonalds-Betreiber wegen Betrugs. Der Verdacht: Harald G. soll in seiner aktiven Zeit in die illegale Vergabe von Unterlizenzen verwickelt gewesen sein – ausgerechnet beim Burger-Konkurrenten Hooters.

Ex-McDonalds-Betreiber Harald G. mit zwei Hooters-Mitarbeiterinnen: Der Fast-Food-Unternehmer wird verdächtigt, an der illegalen Vergaben von Unterlizenzen beteiligt zu sein.

Ex-McDonalds-Betreiber Harald G. mit zwei Hooters-Mitarbeiterinnen: Der Fast-Food-Unternehmer wird verdächtigt, an der illegalen Vergaben von Unterlizenzen beteiligt zu sein.

DüsseldorfHarald G. ist ein bekannter Mann im Saarland. Er ist nicht nur der Neffe eines früheren deutschen Bundeskanzlers. Bis vor kurzem war Harald G. auch der größte Betreiber von McDonalds-Restaurants in der Region – und vielfach abgelichteter Unternehmer. Mal lächelt G. bei einer Filial-Einweihung in die Kamera, mal bei einer Tagung des Wirtschaftsverbandes. Oder er posiert werbewirksam beim Ortstermin in der Provinz, wenn es um die Beseitigung von McDonalds-Verpackungen geht.

Fotos ganz anderen Kalibers führen nun dazu, dass sich auch die Staatsanwaltschaft für den Saarländer interessiert. Dieses Mal stammen die Bilder nicht aus der deutschen Provinz, sondern aus Hollywood – und haben womöglich strafrechtliche Folgen. Die Ankläger verdächtigen G., in die Affäre um die illegale Vergabe von deutschen Unterlizenzen verwickelt zu sein – ausgerechnet für den damaligen Burgerkonkurrenten Hooters.

Wie aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt, richtet sich das Verfahren gegen G. sowie gegen den Saarländer Unternehmensberater Michael Rennig, den die Staatsanwaltschaft Frankfurt in dieser Angelegenheit schon angeklagt hat. G. bestätigte die Ermittlungen, will sich aber nicht inhaltlich äußern. Rennig ließ eine Anfrage zu den Vorgängen unbeantwortet. Er hatte zuvor jeglichen Betrugsverdacht zurückgewiesen.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Hooters (deutsch: Hupen) ist für seine vollbusigen Kellnerinnen in aufreizender Kleidung bekannt. Während das Geschäft in den USA und anderen Ländern zu florieren scheint, sind in Deutschland nahezu alle Filialen wieder geschlossen – und ein Fall für die Justiz.

Wie das Handelsblatt berichtete, ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften. Der Hauptverantwortliche Rennig soll angeworbene Hooters-Filialbetreiber mit Unterlizenz-Verträgen angelockt und dann ausgebeutet haben – obwohl der US-Mutterkonzern die Vergabe von Unterlizenzen ausdrücklich untersagt hatte. Rennig stand damals unter anderem hinter den Firmen Wings of Germany und Flying Wings SA, die die Lizenzen von Hooters of America für große Teile Deutschlands erworben haben.

Die meisten Filialen gingen insolvent. Ein Restaurant in Nordrhein-Westfalen etwa häufte schnell Verluste von fast einer Million Euro an.

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