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18.05.2015

12:24 Uhr

McDonalds-Konkurrenz

Mit Businessplan von Bad Honnef nach Hongkong

Frisch, portioniert, zum selber kochen – gesundes Essen am Schalter. Drei deutsche Studenten treten mit einem Businessplan in Hongkong bei einem Wettbewerb an. Wie sie Hello Fresh und McDonald's die Stirn bieten wollen.

Von Bad Honnef nach Asien

Kein Hundefleisch in Hongkong

Von Bad Honnef nach Asien: Kein Hundefleisch in Hongkong

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DüsseldorfTomatensalat statt Cheeseburger, frisches Risotto statt labbrige Pommes – erhältlich an einem Fast-Food-Schalter. Wo sonst Burgertüten über den Tresen geschoben werden, sollen die Kunden in Zukunft gesundes Essen kaufen. Dominik Flatten hat mit zwei Kommilitonen einen Businessplan für solch ein Konzept geschrieben: Anstatt eines berühmten „Bic-Mac-Menüs“ sollen Kunden nach der Arbeit eine gesunde Mahlzeit am Food-Schalter abholen – und zwar für weniger Geld, als sie bei McDonalds, Burger King und Co. ausgeben würden.

Stichwort Systemgastronomie, nur mit frischen Lebensmitteln. Kochen muss man allerdings selbst. „Wir wollen die Menschen wieder dazu motivieren zu kochen, das Erlebnis wieder in die Haushalte bringen“, sagt der 22-Jährige im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Er und seine Partner Torben Kock und David Klein studieren BWL in Bad Honnef bei Bonn, wohnen momentan für ein Auslandsjahr in London. Den Businessplan haben sie für England entwickelt. „Hier leben die Menschen nicht so gesund wie in Deutschland“, sagt Flatten. Tiefkühl- oder Dosenfraß stünden auf dem britischen Speiseplan ganz oben. Ihre Zielgruppe sind zeit- und geldbewusste Briten, das Alter spiele in erster Linie keine Rolle. „Wir wollen den Engländern rüberbringen, dass Kochen schön und einfach ist.“

PolyU Global Student Challenge

Teilnehmer

Bei dem Gründerwettbewerb in Hongkong nehmen Teams aus der ganzen Welt teil, so auch aus China, Bangladesh und Südkorea. Neben dem Team um Dominik Flatten macht eine andere deutsche Gruppe mit – Studenten der Uni Mannheim.

Themen

Gesundheit und Wellness, Lifestyle, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Sozialwirtschaft – alle teilnehmenden Teams mussten sich mit ihrem Businessplan in einer dieser vier Kategorien bewerben.

Auszeichnungen

Der erste Platz, also der für den besten Businessplan, beinhaltet ein Preisgeld in Höhe von 5000 US-Dollar. Der zweite Preis ist mit 3000, der dritte mit 1500 US-Dollar dotiert.

Für das beste „Elevator Pitch“-Video erhalten die Gewinner insgesamt 1000 Dollar – Dominik Flatten: „Ums Geld geht es uns jedenfalls nicht.“

(Halb-)Finale

Das Halbfinale der PolyU Global Student Challenge ist am 22. Juni, das Finale zwei Tage später. Die beiden Finals sind gleich aufgebaut außer, dass das Finale vor einem größeren Publikum stattfinden soll.

Der Anlass für den Businessplan ist jedoch ein anderer. Beworben hat sich das Honnef-Team damit bei einem Universitätswettbewerb in Hongkong, der „PolyU Global Student Challenge“ – und wurde zum Halbfinale eingeladen, zusammen mit 29 Konkurrenz-Teams.

Im Sommer 2014 haben sie von dem Wettbewerb erfahren, seitdem basteln die drei an einer Idee. „Ursprünglich sollte es um den Energieverbrauch in Hotels gehen.“ Man habe ihnen schnell davon abgeraten, also wagten sie sich ans Lebensmittel-Imbiss-Geschäft ran. Mit dem Titel „Aunty Emma’s“, angelehnt an den „Tante Emma“-Laden von früher. Eine Portion Nostalgie darf schließlich nicht fehlen. Vergleichbare Geschäftsmodelle wie „Aunty Emma’s“ gibt es in Deutschland bereits seit Jahren: „Hello Fresh“, „Kochzauber“ oder „Schlemmertüte“ sind drei davon. Bei allen Konzepten geht es um gesundes Fast Food, kochen soll leicht gemacht werden.

Alles frisch, alles happy. Doch, ist das überhaupt marktfähig? Michael Gerling, Experte für Handel und Lebensmittel sieht „zurzeit einen deutlichen Trend zu stärkerer Qualitätsorientierung bei der Ernährung“. Gerling leitet das EHI Retail Institute, ein wissenschaftliches Institut, das sich vornehmend mit Handel und Konsum beschäftigt.

„Damit verbunden könnte es möglicherweise auch zu einer Renaissance des Kochens im privaten Haushalt kommen.“ Hinzu komme, dass die Verbraucher sich immer mehr nach Bequemlichkeit sehnen würden. „Zurzeit sind all diese Konzepte noch in der Erprobungsphase und ihre Marktanteile sind kaum messbar“, sagt Gerling. Er vermutet aber, dass Großbritannien ein besonders gutes Land für so ein Konzept sein dürfte.

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