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21.03.2011

13:53 Uhr

Media-Markt und Metro

Machtkampf kann sich monatelang hinziehen

Jetzt tritt bei Media-Markt und Metro das ein, was kein Unternehmen gebrauchen kann - einen monatelangen Rechtsstreit vor Gericht. Der Machtkampf zwischen Metro und Media-Markt-Gründer Kellerhals ist eskaliert.

Metro-Chef Eckhard Cordes. Quelle: dpa

Metro-Chef Eckhard Cordes.

Düsseldorf/IngolstadtDer Machtkampf um Europas größten Elektronikhändler Media Saturn kann sich monatelang hinziehen. Der Richter am Landgericht Ingolstadt, an dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals eine Klage eingereicht hat, rechnet im Sommer mit einer mündlichen Verhandlung, sagte ein Gerichtssprecher am Montag. Von Aktionärsschützern wird der Streit mit Sorge betrachtet. Metro-Chef Eckhardt Cordes will sich an diesem Dienstag bei der Bilanzvorlage des Handelskonzerns in Düsseldorf zu dem Disput äußern. Die Metro AG ist die Mehrheitseigentümerin der Ketten mit 75 Prozent der Anteile.

Kellerhals will mit einer Anfechtungs- und Feststellungsklage den Mehrheitseigner Metro davon abhalten, einen Beirat bei Media Saturn zu installieren. Er wirft der Metro vor, sie wolle die Sperrminorität im Gesellschafterausschuss der Holding aushebeln. Dort müssen alle Entscheidungen mit einer Mehrheit von 80 Prozent fallen, so können die Gründerfamilien Kellerhals und Stiefel faktisch Entscheidungen verhindern. Kellerhals hält 21,6 Prozent an der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt. Leopold Stiefel ist mit etwa drei Prozent beteiligt.

„Da wird ein Streit vom Zaun gebrochen, der unnötig ist“, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher, in Düsseldorf. Wenn man bei Media Markt und Saturn weiterkommen wolle, müssten alle Eigentümer an einem Strang ziehen. Dass es jetzt zu einer Auseinandersetzung vor Gericht komme und dies öffentlich gemacht werde, zeige, dass der Streit bereits eskaliert sei.

Die Metro AG bedauert die Klage von Kellerhals. „Wir hoffen, dass es zu einer baldigen Lösung kommt, damit der Streit nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter und der Gesellschaft ausgetragen wird“, hatte ein Sprecher am Freitag gesagt. Man wolle eine Möglichkeit nutzen, die in den Verträgen enthalten sei. Im geplanten Beirat würden die Familien keine Vetorechte besitzen, entschieden würde nach einfacher Mehrheit.

Metro sieht dem Vernehmen nach Handlungsbedarf: Die Marktsituation habe sich verschlechtert und es habe Fehler beim Online-Einstieg gegeben. Media Markt und Saturn sind neben den Großhandelsmärkten der zweite Wachstumsmotor des Düsseldorfer Konzerns. Die Elektronikketten steigerten 2010 ihren Umsatz dank neuer Filialen nach vorläufigen Zahlen um 5,8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Auf gleicher Fläche und in Landeswährungen betrachtet nahm der Umsatz um 1,3 Prozent ab.

 

Von

dpa

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